merken
PLUS Großenhain

Wurde Hund Balu ein Opfer von Gift?

Nicht zum ersten Mal erliegt ein Haustier in Großenhain offenbar bewusst herbei geführten Verletzungen. Die Halterin möchte andere Tierbesitzer warnen.

Balu, als er noch gesund und munter gewesen ist. Am Wochenende starb der acht Jahre alt Mischling aus Großenhain nach qualvollen Stunden offenbar an den Folgen einer Vergiftung.
Balu, als er noch gesund und munter gewesen ist. Am Wochenende starb der acht Jahre alt Mischling aus Großenhain nach qualvollen Stunden offenbar an den Folgen einer Vergiftung. © privat

Großenhain. Sandra Hoffmann kann es noch immer nicht fassen. Bis zum vergangenen Freitag war ihre Welt in Ordnung. Denn bis zum vergangenen Freitag war jener Fellfreund bei ihr, den die junge Großenhainerin jetzt so schmerzlich vermisst. "Wir waren am Abend noch mit ihm draußen, da war alles in bester Ordnung. Doch am Samstagmorgen ging es Balu schon von Stunde zu Stunde schlechter", erinnert sich Sandra Hoffmann und schluckt.

Innerhalb kürzester Zeit musste der acht Jahre alte Mischling ein wahres Martyrium erleiden. Zum ununterbrochenen Erbrechen gesellte sich alsbald Durchfall wie Wasser und schließlich sei irgendwann nur noch Blut gekommen. Er habe stark gespeichelt, der Bauch sei ungewöhnlich aufgebäht gewesen und Luft hätte er auch kaum bekommen. Das bisher kerngesunde Tier schien ganz offensichtlich etwas gefressen zu haben, was seinen inneren Organen schwer zu schaffen machte beziehungsweise sie gar verletzt hatte. "Wir sind natürlich sofort zum Arzt gefahren, der sich sehr um Balu bemüht hat und später sogar noch zu uns nach Hause gekommen ist. Wir haben Medikamente verabreicht und stundenlang wirklich alles versucht. Aber es hat einfach nichts angeschlagen", erzählt die Röderstädterin traurig. Nach nicht einmal 24 Stunden - für Hund und Besitzer eine schmerzhafte Ewigkeit - sei ihr über alles geliebter Balu schließlich gestorben.

Anzeige
Mal richtig Offroad cruisen
Mal richtig Offroad cruisen

Der 6. SZ OFFROAD TAG steigt am 25. September und wie immer sind Autohäuser und Helfer dabei. Wer das sein wird erfahren Sie hier!

Auch wenn Sandra Hoffmann ihren großen Verlust bis jetzt noch nicht begreifen kann, so hat sie keinen Zweifel an der Ursache des schnellen Todes ihres Lieblings. "Wie uns auch von unserem Arzt bestätigt worden ist, handelt es sich mit großer Sicherheit um die Folgen einer Vergiftung! Wir möchten deshalb alle Großenhainer Hundebesitzer darauf aufmerksam machen und vor einem ähnlich bitteren Ausgang eines Spaziergangs warnen", erklärt Sandra Hoffmann im SZ-Gespräch.

Ganz bewusst habe sie die letzten Tage vor dem grausamen Ereignis noch einmal rekonstruiert und gedanklich nachvollzogen, wo genau sie mit Balu lang gelaufen wäre. Viele Möglichkeiten, Orte und Plätze seien ihr dabei indes nicht eingefallen. Sie wären immer nur im Großenhainer Stadtpark und auf der sogenannten Hundewiese gewesen. Dass Balu hier und dort mal herum geschnüffelt habe und sicherlich auch am damals regenfeuchten Gras geleckt hätte, sei ja nichts Ungewöhnliches und liege in seiner Natur. "Mir ist nicht aufgefallen, dass er etwas gefressen oder einen Köder verschluckt hat! Es muss eine für das Auge nicht direkt sichtbare Substanz auf dem Weg oder im Gras gewesen sein, die ihm vielleicht die inneren Organe zerstört hat", vermutet Sandra Hoffmann. Deshalb bitte sie alle Hundebesitzer, in dieser Gegend äußerst vorsichtig zu sein.

Eine Warnung, die Armin Krake vehement unterstützen möchte. Der Vorsitzende des Großenhainer Tierschutzvereins hat im Laufe seiner ehrenamtlichen Jahre schon zu viel erlebt, um bewusst ausgestreutes Gift oder zielgereichtet ausgelegte Köder für unmöglich zu halten. Erst im Juni war im Priestewitzer Ortsteil Baselitz ein Kater angeschossen und von einem Diabolo schwer verletzt worden. Nur einen Monat vorher erlag Katze Lola ihren tödlichen Verletzungen. Mitten in Großenhains Innenstadt war auch sie zuvor von einem Diabolo getroffen worden. Und damit nicht genug! Gleich nun, ob seinerzeit Katzenkinder lebendig im Wald vergraben wurden, Rattengift gestreut oder Würste, gespickt mit Rasierklingen, verteilt worden sind.

Weiterführende Artikel

Schon wieder ein Kater angeschossen

Schon wieder ein Kater angeschossen

Nachdem Ende Mai die kleine Lola mitten in Großenhains Innenstadt durch ein Diabolo ums Leben gekommen ist, wurde nun in Baselitz ein Tier verletzt.

Katze in Großenhainer Innenstadt erschossen

Katze in Großenhainer Innenstadt erschossen

Mitten in Großenhain ist eine Katze erschossen worden. Jede Hilfe der Besitzer und behandelnden Ärzte kam zu spät. Die Polizei ermittelt.

Armin Krake kennt leider im Landkreis Meißen zahlreiche solcher Vorfälle und bittet deshalb ebenfalls um Wachsamkeit, gleichsam aber auch um gegenseitige Rücksichtnahme. "Viele solcher Leute fühlen sich zusätzlich angestachelt, wenn sie gerade im Stadtgebiet Hundehaufen sehen, die von den Tierbesitzern nicht entsorgt worden sind. Auf diese Weise entsteht eine ganz gefährliche Wechselwirkung, die im Extremfall solche schlimmen, absolut zu verurteilenden Straftaten hervorbringt", weiß Armin Krake. Denn auch, wenn nun für Balu jede Hilfe zu spät gekommen sei. Alle anderen Tiere gelte es vor so einem schlimmen Schicksal unbedingt zu bewahren. Deshalb Augen auf und vorsichtig sein!

Mehr zum Thema Großenhain