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Zabeltitz kriegt eine neue Brücke

Mühlen-Eigentümer Timmy Held hatte die Idee. Die Stadt unterstützt den Bau - auch finanziell.

Die denkmalgeschützte Sandsteinbrücke zwischen Zabeltitzer Palais und Schlossmühle soll durch einen Neubau rund 100 Meter entfernt entlastet werden.
Die denkmalgeschützte Sandsteinbrücke zwischen Zabeltitzer Palais und Schlossmühle soll durch einen Neubau rund 100 Meter entfernt entlastet werden. © Kristin Richter

Zabeltitz. Das Ensemble der "Alten Mühle" hat Timmy Held in den letzten Jahren bereits aufwendig und mit viel Liebe zum Detail umgebaut und saniert. Jetzt legt der Großenhainer Unternehmer nochmal drauf - und will eine Brücke bauen. Sie soll auf dem Grundstück von der Hauptstraße über die Große Röder unterhalb der Mühle entstehen und insbesondere die historische Sandsteinbrücke entlasten.

 Sie ist derzeit die einzige Zufahrt zum Barockgarten und wird vorrangig von städtischen Fahrzeugen genutzt, wenn im Park die Pflege der Außenanlagen ansteht. Das bedarf hier und da auch größerer und schwererer Technik, für die die jetzige Überführung nicht immer ausreicht. Denn die Tonnagenbelastung ist begrenzt. 

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Zwar hat die Stadt in der Vergangenheit schon eine neue Zufahrt ins Auge gefasst. Denn die technische Ertüchtigung des historischen Brückenbauwerks sei "mit dem Denkmalschutz, dem diese Brücke unterliegt, nicht vereinbar", heißt es in einem Statement zur Begründung.

Deshalb ist man im Rathaus offenbar froh über das Ansinnen von Timmy Held, eine neue Zufahrt mit einer maximalen Tragkraft von 40 Tonnen zu bauen. Vom Stadtrat ließ man sich vergangene Woche "absegnen", dass sich die Stadt mit einem Kostenanteil von 70 Prozent, maximal jedoch 55.000 Euro, an dem Bau beteiligt.

Timmy Held rechnet mit Gesamtbaukosten von etwa 70.000 Euro. Der Stadt als Eigentümer von Palais und Barockgarten würde ein unbefristetes Geh- und Fahrtrecht über das Bauwerk eingeräumt. Im Vorfeld des Stadtratsbeschlusses hatte sich die Verwaltung bereits die Bestätigung eingeholt, dass hinsichtlich der Beteiligung am Bau keine Bedenken bestehen.

Der Standort für die geplante neue Brücke ist nicht neu. Schon Mitte des 18. Jahrhunderts gab es hier eine Röderüberquerung. Wann und warum sie irgendwann abgerissen wurde, entzieht sich der Kenntnis von Timmy Held. 

Er selbst hatte schon während der Bauarbeiten an der "Mühle" gemerkt, dass eine Alternative zum Bauwerk direkt am Palais dringend nötig sei. "Wir konnten keinen Kran aufstellen und mussten die Baufirmen bitten, nur mit kleinen Fahrzeugen zu kommen", blickt er zurück. "Das hat das Bauen erschwert", fügt er hinzu.

Timmy Held hat in der Schlossmühle bereits acht Wohnungen geschaffen. Jetzt will er "Brückenbauer" werden.
Timmy Held hat in der Schlossmühle bereits acht Wohnungen geschaffen. Jetzt will er "Brückenbauer" werden. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Für die Stadt sei die Brücke eine "Win-Win-Situation". Finanziell gesehen. Aber auch logistisch. Denn bislang nutzen die Fahrzeuge des Bauhofes die Sandsteinbrücke als Wirtschaftsweg, haben aber keine echte Ausfahrt aus dem Areal. Zudem könne die Überführung auch von Gästen von Palais und Barockgarten als Fußweg genutzt werden - natürlich angesichts der vorgesehenen Breite von drei Metern mit entsprechender Vorsicht. 

Ursprünglich wollte Timmy Held schon im laufenden Jahr mit dem Bau starten. Doch angesichts vieler Umstände sei das nicht zustande gekommen, sagt er. Jetzt steht das Projekt für 2021 auf seiner Agenda. "Beim nächsten Niedrigwasser", sagt der Unternehmer. Somit bleibe genug Zeit, "über den Winter solide zu planen".

Held ist seit Herbst 2014 Eigentümer der Schlossmühle. Acht Wohnungen entstanden dank eines umfangreichen und geradezu waghalsigen Bauvorhabens. Sämtliche Wohnungen sind belegt - nicht zuletzt wegen ihrer Lage und dem herrlichen Blick auf die Zabeltitzer Kirche oder ins Parkensemble. Dass das dazugehörige Cafe "Zur Mühle" irgendwann ebenfalls wieder "belebt" wird, gehört zu Timmy Helds Wünschen. Vielleicht, so seine Hoffnung, findet sich ja wieder ein Betreiber.

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