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Großenhainer auf Fanflieger verewigt

Die Maschine der Lufthansa brachte nicht nur unsere Mannschaft zur Fußball-Europameisterschaft nach Frankreich.

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© PR

Von Catharina Karlshaus

Großenhain. Noch können sie es selbst kaum fassen. Aber – es hat tatsächlich geklappt! Denn mehr oder minder groß und fett stehen ihre Namen an der Außenwand des legendären Lufthansa-Flugzeuges, welches zu Ehren der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für einen begrenzten Zeitraum als „Fanhansa“ fliegt. Matthias Fischer und seine Frau Nino Nikolashvili aus Großenhain düsen gewissermaßen zurzeit genau mit jener Maschine quer durch Europa. Erste Station: der Flughafen Chambery Savoie in der Nähe des deutschen Mannschaftsquartiers. Zusammen mit Fußball-Bundestrainer Joachim Löw war das Team am 7. Juni nach Frankreich geflogen. Genau um 14.02 Uhr startete die „Fanhansa-Maschine“ mit Flugkapitän Ulrich Pade und First Officer Rafael Gabel im Cockpit von der Startbahn 18 in Frankfurt. An Bord die Nationalspieler, die Trainer und Betreuer der Mannschaft sowie weitere Vertreter des Deutschen Fußballverbandes.

Bevor sie zur EM geflogen wurden, nahm die Mannschaft um Jogi Löw Aufstellung.
Bevor sie zur EM geflogen wurden, nahm die Mannschaft um Jogi Löw Aufstellung. © Oliver Rösler
Am Rumpf der Maschine die Namen von Nino Nikolashvili und Matthias Fischer.
Am Rumpf der Maschine die Namen von Nino Nikolashvili und Matthias Fischer.

Ebenfalls mit dabei: über 300 Fans, deren Namen den Rumpf des Sonderfluges LH 342 zieren. Während der von Nino Nikolashvili oben rechts zu lesen ist, hat sich ihr Mann unten links wiedergefunden. „Wir fliegen immer mit dieser Fluggesellschaft in die Heimat meiner Frau, ins georgische Tiflis. Im Frühjahr bekamen wir dann Post von der Lufthansa, aus der wir erfahren haben, dass wir uns um die Namensnennung auf der Fan-Maschine bewerben können“, erinnert sich Matthias Fischer. Erst am Mittwochvormittag haben er und seine Frau völlig überrascht erfahren, dass sie ausgelost worden sind.

Der 35-Jährige und seine Nino sind in der Röderstadt durchaus keine Unbekannten. Während der diplomierte Kulturpädagoge seit Jahren nicht nur mit Fotos, Werbung und gestalteten Internetseiten von sich Reden macht, begeistert die studierte Finanzfachfrau mittlerweile auch durch ihre herausragenden Schneiderkünste. Neben vielerlei anderen Interessen verbindet die sympathischen Großenhainer auch ein enthusiastisches Hobby. „Wenn unsere Fußballer bedeutende Spiele zu absolvieren haben, sitzen wir zwei gemeinsam vor dem Fernseher und drücken die Daumen, dass die Mannschaft gewinnt“, verrät Matthias Fischer und lacht. Kein Wunder also, dass er nicht lange zögerte und sich am Gewinnspiel der Lufthansa beteiligte. Dass sie dann auch wirklich beide auf dem momentan auf Kurz- und Mittelstrecken – vorzugsweise nach Frankreich – eingesetzten Flugzeuges verewigt wurden, ist großes Glück. Immerhin: 65 000 Menschen hatten sich laut Lufthansa-Sprecherin Mi-Kyung Lee online dafür beworben.

Das Flugzeug des Typs Boeing 737-300 mit der Kennung D-ABEK hatte Anfang Juni die bewusste Lackierung erhalten. Neben dem Fanhansa-Logo sollen die Namen von Fans aus ganz Deutschland den Kickern Auftrieb geben. Erstmals hatte die Lufthansa 2014 anlässlich der Fußball-WM in Brasilien für einen Teil der Flotte ihre Bezeichnung auf dem Rumpf in „Fanhansa“ eingetauscht. „Die Unterstützung der Fans ist für die Mannschaft enorm wichtig. Deshalb ist es ein tolles Zeichen, dass sich so viele Menschen beworben haben, um diesen Fan-Flieger mitzugestalten“, sagt der Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff. Zwei Fans wie die Großenhainer Nino Nikolashvili und Matthias Fischer.