Merken

Großenhainer Husarenverein löst sich auf

Manfred Leubner wollte mit seinen jetzt 75 Jahren den Vorsitz nicht mehr übernehmen. Ein anderer fand sich nicht.

Teilen
Folgen

Ober-Husar Manfred Leubner will nicht länger Vereinschef sein. Weil sich aber kein neuer fand, der sich die Husarenmütze aufsetzt, wird der Verein zum Jahresende aufgelöst. Künftig werden sich die Husaren als Interessengemeinschaft bei Fred-Jürgen Vogel im Husarenstandquartier treffen. Manfred Leubner hatte 1997, als er mit 62 Jahren „Husar“ wurde, sogar noch das Reiten gelernt.

Kein Verein bedeutet kein Finanzamt, aber auch keine Fördermittel und ein paar ungeklärte Fragen. Was wird zum Beispiel aus der Husarenuniform, die von der Sparkasse gesponsert wurde? Bisher hat sie meist Birgit Dreßler getragen. Was aus dem Leihkostüm wird, weiß sie nicht. Wer sich eine eigene Uniform schneidern lassen hat, kann die behalten. Etwa 1500 Euro kostet so eine Montur, ohne die typische Pelzmütze. Die kostet noch mal 600 bis 700 Euro. Das Standquartier an der Dresdner Straße gehört Fred-Jürgen Vogel, Miete dürfte es dann keine mehr geben. Die Einrichtungs- und Ausstellungsstücke sind teils Leihgaben, aber auch Privat- und Vereinsbesitz. Das Standquartier bleibt Ausstellung, die nach Anmeldung bei Fred-Jürgen Vogel oder Manfred Leubner besichtigt werden kann.

Der Arbeitskreis „Zur Erforschung der Geschichte der Großenhainer Husaren“ um Michael Lippert will sich um die Biwak-Zelte bemühen. Der Arbeitskreis ist die zweite Husarengruppe in Großenhain, die meist auf Feld- und Kavallerietagen zu finden ist und dort das Alltagsleben der Husaren vorführt. Der Husarenverein um Manfred Leubner war eher beim Salutschießen, bei Stadtfesten, zur Landesgartenschau und anderen offiziellen Terminen anzutreffen. Der letzte Auftritt wird das Jubiläum des Dreikaisertreffens im Berliner Zoo am 8./9. September sein.