Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Großenhainerin skatet in China zu WM-Bronze

Elisabeth Baier schafft schier Unglaubliches. In der Heimat ist der Jubel grenzenlos.

Teilen
Folgen
NEU!
© Archiv/G. Opperskalski

Von Thomas Riemer

Großenhain/Nanjing. Der 14. September 2016 wird in Großenhains Skatergeschichte eingehen. Den Experten des Speedskatings in Deutschland gehen die Superlative aus. Elisabeth Baier vom Großenhainer Rollsportverein hat gestern bei der Weltmeisterschaft im chinesischen Nanjing sensationell die Bronzemedaille im Sprint der Juniorinnen über 100 Meter gewonnen. Die 16-jährige Ausnahmeathletin musste nur Konkurrentinnen aus Kolumbien und Italien den Vortritt lassen, nachdem sie mit der zweitbesten Zeit ins Finale eingezogen war.

„Ich kann es immer noch nicht fassen und bin total überwältigt“, sagt Ute Enger. Sie ist die Vereinsvorsitzende des Großenhainer Rollsportvereins und drückte gemeinsam mit unzähligen Skater-Fans gestern zur besten Mittagszeit die Daumen am Internet-Livestream. „Ich weiß auch genau, wie sich Elli jetzt fühlt“, ergänzt sie. Immerhin war sie selbst mehrfach Welt- und Europameisterin in der Masters-Klasse. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

Die frisch gebackene WM-Medaillengewinnerin war angesichts der Zeitverschiebung – nach chinesischer Ortszeit fand das Finale gegen 18 Uhr statt – verständlicherweise noch nicht zu erreichen. Umso mehr jubeln ihre Vereinsfreunde sowie Sportler und Betreuer weiterer deutscher Vereine. „Elli, Du bist einfach grandios! Waaaahnsinn“, kommentiert beispielsweise Claudia Fischer vom Speedskateclub Meißen das Geschehen. „Wahnsinn“ ist sowieso das meist gebrauchte Wort in den sozialen Plattformen. „In unserer WhatsApp-Trainingsgruppe wird eifrig geschrieben und gratuliert“, beschreibt Ute Enger die Gemütslage in Elisabeth Baiers Heimatverein. Richtig gefeiert werden soll aber erst, wenn die Bronzemedaillengewinnerin wieder daheim ist. Für heute bleibt zunächst die Hoffnung auf eine Skype-Verbindung nach China.

Der Start über 100 Meter war der dritte WM-Auftritt der Juniorin in Nanjing. Schon am Sonntag war das „Soll“ mit einem TopTen-Platz über ihre Paradestrecke 300 Meter eigentlich erfüllt. Tags darauf erreichte Elisabeth Baier über 500 Meter das Viertelfinale. Auch das galt angesichts der übermächtigen Konkurrenz aus Nord- und Südamerika sowie Asien bereits als Riesen-Erfolg. Nun also WM-Edelmetall.

Es war höchstwahrscheinlich noch nicht der letzte Auftritt der dreifachen Europameisterin vom Sommer im holländischen Heerde. Ein Start im erstmals bei einer WM ausgetragenen Wettbewerb über die „fliegende Runde“ gilt für Elisabeth Baier als sicher. Seit August gehört sie übrigens zur Eisschnelllauf-Gruppe an der Sportschule in Erfurt. Auf Inlinern skaten will „Elli“ aber nach Möglichkeit trotzdem so oft wie möglich weiterhin.