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Kamenz

Großes Blasmusikfest in Crostwitz

Am Wochenende feiern die Crostwitzer Blasmusikanten ihr 40-jähriges Bestehen zünftig.

Sie pflegen sei 40 Jahren sorbisches, deutsches, böhmisches und mährisches Liedgut – die Crostwitzer Blasmusikanten. Am Samstag wird gefeiert und aufgespielt.
Sie pflegen sei 40 Jahren sorbisches, deutsches, böhmisches und mährisches Liedgut – die Crostwitzer Blasmusikanten. Am Samstag wird gefeiert und aufgespielt. © privat

Crostwitz. Ausdauernde Nachwuchssuche zahlt sich aus. „Das Durchschnittsalter in unserem Verein ist heute 32 Jahre. Jüngstes Mitglied ist Trompeter Ludwig Buder aus Jeßnitz mit 13 Jahren. Ältestes Mitglied ist Sänger Bernhard Ziesch aus Neu-Jeßnitz mit 68 Jahren“, sagt Roman Wjesela (23), seit diesem Jahr Vorsitzender des Vereins Crostwitzer Blasmusikanten. Der Klangkörper besteht seit 40 Jahren.

Das Repertoire umfasst rund 120 Titel. Sorbische und deutsche Volksmusik, Schlager, internationale Popmusik, böhmische und mährische Volksmusik sowie auch sakrale Musik gehört dazu. „Es ist die slawische Seele, die tief in unserer Musik steckt. Es ist die Verbundenheit zu den tschechischen Nachbarn. Es ist die Verbundenheit zum deutschen Volkslied-Gut. All das führt uns zusammen“, sagt der Vorsitzende. „Einige unserer Lieder sind heute Teil des sorbischen Liedgutes.“

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Die Anfänge gehen auf die Kreismusikschule Kamenz zurück. In der Crostwitzer Schule bestand seit den 1970er Jahren eine Außenstelle. „Mit jungen Leuten bildete sich das Pionier-Blasorchester Crostwitz heraus. Bürgermeister Georg Schäfrig unterstützte und förderte es“, erinnert sich Joachim Deutschmann. Der heute 60-jährige Crostwitzer, von Beruf Musik-Redakteur beim Sorbischen Rundfunk, spielte damals in diesem ersten Schul-Blasorchester mit, aus welchem später das Jugendblasorchester entstand. Im November 1979 gehörte er mit Peter Kmetsch (aus Räckelwitz), Georg Schmole (aus Nucknitz) und Aloys Scholze (aus Schmeckwitz) zu den Gründern der Crostwitzer Blasmusikanten. Lange Zeit war Joachim Deutschmann Dirigent und musikalischer Leiter der Gruppe. Er selbst lernte ursprünglich Trompete, studierte Musik an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden und war Musikerzieher an der Musikschule Bautzen. „Das Orchester hat uns geprägt“, sagt er. „Wir Jugendlichen sagten uns damals: wir wollen Tanzmusik spielen, wir wollen uns weiterentwickeln. So kam es dann zur Gründung der Crostwitzer Blasmusikanten.“

Begeisterung mit mährischem Stil

1996 führte ein Projekt des Sorbischen Rundfunks des MDR die Crostwitzer Blasmusikanten mit der Kapelle „Moravanka“ aus Brno in Tschechien zusammen. Diese steht für sehr hohes Niveau. Ihre Musik wird weltweit gespielt und geachtet. Ihre vornehmlich mährische Blasmusik zeichnet sich durch Tempo, durch Akzentuierung und neue erfrischende Klänge aus. „Wir haben diesen neuen mährischen Stil auch übernommen,“ erzählt Joachim Deutschmann. „Wir konnten damit unser Publikum bis heute stets begeistern.“ Vor drei Jahren musizierte die Gruppe erstmals beim Blasmusik-Festival im tschechischen Kolin. Sie zeigte dort ein vielfältiges Programm und begeisterte die Zuhörer. Sogar am Festumzug nahmen die Crostwitzer mit teil. Die Teilnahme an diesem Festival, einem der größten und bekanntesten Festivals in Tschechien, ist eine große Auszeichnung“, sagt Joachim Deutschmann.

Am 24. August feiern die Crostwitzer Blasmusikanten in der Jednota-Halle Crostwitz ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Blasmusik-fest. Ab 17.30 Uhr ist Einlass. 19 Uhr beginnt das Programm. Die Crostwitzer Blasmusikanten gestalten es mit der befreundeten mährischen Blaskappelle „Boršičanka“. Karten gibt es im Vorverkauf unter [email protected] und zum Jubiliäum direkt an der Abendkasse. Am 25. August ist 10.30 Uhr in der Jednota-Halle musikalischer Frühschoppen.