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Feuilleton

Großes Interesse am "Dresdner Mars"

Die fast ins Ausland verkaufte "Mars"-Statue des Italieners Giambologna lockt in Sachsen tausende Besucher. Nach Dresden kommt sie aber noch nicht zurück.

Claudia Kryza-Gersch, Kuratorin in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, betrachtet den Dresdner Mars von Giambologna im Schlossbergmuseum der Kunstsammlungen Chemnitz. © Hendrik Schmidt/dpa

Chemnitz. Die vor dem drohenden Verkauf ins Ausland bewahrte "Mars"-Bronzestatuette des italienischen Bildhauers Giambologna (1529-1608) stößt auf große Resonanz. Bisher haben gut 6.800 Ausstellungsbesucher in Freiberg und Torgau die kostbare Figur des Kriegsgottes gesehen. Ab Sonntag nun können die Chemnitzer das Meisterwerk der Skulpturensammlung Dresden bewundern, bevor sie im Dezember an ihren Platz in der sanierten Sempergalerie kommt.

Mit der etwa 40 Zentimeter messenden Bronze hatte sich Giambologna Kurfürst August (1526-1586) empfohlen, als er die Grablege der Wettiner im Freiberger Dom ausbauen ließ. Schloss Hartenfels in Torgau war deren Lieblingsresidenz, als der Kriegsgott an den sächsischen Hof kam. In Freiberg sorgte die Statuette nun für gut zwei Drittel Gäste mehr als üblich, auch in Torgau war sie laut Landratsamt das "Sahnehäubchen" einer Ausstellung.

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Nun ist der Kriegsgott für drei Monate im Renaissancesaal des Chemnitzer Schlossbergmuseums umgeben von einem Frühwerk des Künstlers aus Alabaster zu sehen. Die um 1558 entstandene Figurengruppe "Vier Tageszeiten" zeigt nach Angaben der städtischen Kunstsammlungen die stilistischen Bezüge zu Michelangelo. Giambologna hatte sie nach Vorbildern in der Medici-Kapelle in Florenz kopiert und neu interpretiert.

Der "Mars" war 1587 ein persönliches Geschenk des Künstlers an Sachsens Kurfürst Christian I.. Mit der "Fürstenabfindung" 1924 ging das Kunstwerk an die einstigen Herrscher, die ihn verkauften. Später gelangte die Figur als Geschenk in die Sammlung des Pharmakonzerns Bayer AG (Leverkusen), der sie im Sommer 2018 nach London zur Auktion gab. Nach öffentlichem Protest wurde das national wertvolle Kulturgut zurückgezogen und direkt an die SKD verkauft. (dpa)

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