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Großes Interesse für neue Universitätsschule

Die TU Dresden informierte am Montag mehr als 100 Dresdner über das Konzept. Zum Standort sind noch viele Fragen offen.

© Christian Juppe

Von Nora Domschke

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Streß auf Arbeit und noch keine Geschenke gekauft? Kein Problem: Denn am Sonntag, 8. Dezember, hat der ELBEPARK geöffnet.

Der Raum in der 101. Oberschule ist am Montagabend gut gefüllt, nicht für alle gibt es einen Sitzplatz. Das Interesse an der neuen Universitätsschule, die an der Pfotenhauerstraße in der Johannstadt gegründet werden soll, ist groß. Mithilfe des Schulversuchs wollen Wissenschaftler der TU Dresden neue Unterrichtsmethoden ausprobieren. Etwa 100 Gäste informiert Anke Langner, Direktorin am Institut für Erziehungswissenschaften, über das Konzept der neuen Schule, die sie als „Schule der Zukunft“ beschreibt.

Ein wichtiger Kernpunkt sind die Ferienzeiten. So können die Familien vor Beginn des Schuljahres selbst festlegen, in welcher Zeit das Kind „Urlaub“ macht. Als freie Tage werden lediglich die gesetzlichen Feiertage, zwei Wochen im Sommer sowie die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr vorgeschrieben. Ein weiterer Aspekt, der anders als an anderen Schule ist: Es findet kaum Unterricht im klassischen Sinne statt. Jeweils sechs Kinder unterschiedlichen Alters arbeiten an einem Projekt und lösen dabei Aufgaben aus verschiedenen Fächern. Als Beispiel nennt Anke Langner das Thema Floßbau. Die Geschichtsaufgabe fragt etwa nach der Bedeutung des Floßbaus im Handel. Parallel dazu könnten sich die Schüler damit befassen, warum ein Floß schwimmt und physikalische Fragen klären.

Über den Stand in der Projektarbeit tauschen sich die Schüler regelmäßig mit einem zuständigen Pädagogen aus. Dabei sollen auch Probleme besprochen werden. Die Wissenschaftler werden vor Ort in der Schule kaum eine Rolle spielen, erklärt Anke Langner. Die Daten, die die Forscher auswerten, werden vor allem in digitaler Form gesammelt. Die Eltern müssen deshalb bei der Schulanmeldung zustimmen, dass die Daten anonymisiert erhoben werden. Weil das an anderen Schulen nicht möglich sei, werde nun die Universitätsschule gegründet, an der die Wissenschaftler die Kinder über einen langen Zeitraum begleiten.

Als Schulverwaltungsamtsleiter Falk Schmidtgen das Wort ergreift, wird schnell deutlich, dass es noch etliche offene Fragen gibt. Die Stadt ist Träger der neuen Schule, aber auch der bestehenden 101. Oberschule. Dass beide Schulen dauerhaft innerhalb desselben Gebäudes untergebracht werden können, schließt Schmidtgen aus. Denn dafür reicht der Platz später nicht aus. Im ersten Schuljahr nutzt die Universitätsschule das Erdgeschoss.

Damit die Schule im August aber überhaupt mit einer 1., 2. sowie 5. und 6. Klasse starten kann, müssen sich pro Jahrgang mindestens 40 Kinder anmelden.