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Hoyerswerda

Großes Kino für kurze Filme

Innerhalb des Altstadtboulevards wurde das neue sächsische Filmkulturprojekt „film.land.sachsen“ vorgestellt

Für die Initiative „film.land.sachsen“ wurde ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das am Freitagabend in der Sommerlounge in Hoyerswerda präsentiert wurde. Filmemacher und Regisseur Erik Schiesko war auch dabei.
Für die Initiative „film.land.sachsen“ wurde ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das am Freitagabend in der Sommerlounge in Hoyerswerda präsentiert wurde. Filmemacher und Regisseur Erik Schiesko war auch dabei. © Foto: Silke Richter

Eine große Leinwand, kurze Filme, Tische, Stühle, anheimelndes Licht und zack, ist die besondere Kinoatmosphäre für die erste Freiluftveranstaltung dieser Art in der Altstadt perfekt. Die Bedingungen im Innenbereich des Fließhofes sind optimal. Das sagten sich auch die Organisatoren und Teilnehmer des neuen Filmkulturprojektes „film.land.sachsen“ die sich am Freitagabend zum Auftakt exakt für diesen Veranstaltungsort entschieden hatten und auf zahlreiche Interessierte trafen.

Die Initiative unter Leitung von Annemarie Renker ist ein Gemeinschaftsprojekt des Filmverbands Sachsen und des sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Sie wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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„Film.land.sachsen“ soll jenseits der Großstädte, ganz besonders in ländlichen Gegenden, die Filmkultur wieder neu beleben. „Wir wollen damit mehr Kultur aufs Land bringen. Besondere Filme benötigen nicht unbedingt ein Kino“, erklärte Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange via Videobotschaft.

Ihr Vertreter, Staatssekretär für Wissenschaft und Kunst Uwe Gaul, erklärte, dass durch Projekte wie diese der Begriff „Kulturgut“ in Zeiten von Netflix, Laptop und Smartphone wieder eine ganz neue, sehr wichtige Bedeutung bekomme. „Der Film ist ein Instrument, um allen Menschen unterschiedlicher, sozialer Schichten ein gemeinsames Erlebnis zu ermöglichen und auch miteinander wieder stärker ins Gespräch kommen zu können. Wir möchten mit der neuen Filminitiative, die es versprochenermaßen auch im kommenden Jahr noch geben wird, besondere kulturelle Akzente auf dem Land setzen“, so Uwe Gaul.

Dafür brauche es bei den einzelnen Filmveranstaltungen nicht unbedingt ein „Millionenpublikum.“ Vielmehr gehe es darum, an möglichst vielen verschiedenen Orten eine gewisse Anzahl von Zuschauern mit diversen Kurzfilmen zu erreichen und nachhaltig begeistern zu können. Der Vorstandsvorsitzende des Filmverbandes Sachsen Joachim Günther zeigte sich von den Bedingungen in Hoyerswerda begeistert. Freilich sei die Stadt an der Schwarzen Elster kein Dorf, sondern habe in unmittelbarer Nachbarschaft der KuFa ja auch ein modernes, großes Kino. „Aber hier wird die «andere» Filmkultur bereits in verschiedenen Projekten und Veranstaltungen von unten getragen. Das fasziniert und begeistert mich sehr. Denn das ist nicht selbstverständlich“, so Joachim Günther.

Oberbürgermeister Stefan Skora sieht in der neuen Filminitiative auch das Potenzial, neue Begegnungsstätten auf Zeit zu schaffen, aus denen sich weitere neue Ideen entwickeln, die für eine nachhaltige Belebung sorgen könnten.

Ein weiterer nützlicher und positiver Nebeneffekt des Projektes sei die Erhöhung des Bekanntheitsgrades der angebotenen Kurzfilme sowie die Möglichkeit mit den jeweiligen Filmemachern ins persönliche Gespräch zu kommen. Filmaffine Menschen sollen innerhalb dieser Initiative die Möglichkeit bekommen, ihre Leidenschaft als Filmvorführer ausleben und mit erfahrenen Profis ins Gespräch kommen zu können. Über ganz Sachsen werden innerhalb der Initiative potenzielle Partner dafür gesucht, um Netzwerke und Kreise aus filminteressierten Mitmachern aufzubauen und Vorführungen selbst gestalten zu können. Auch gemeinsame Projekte in Kooperation mit Medienwerkstätten und professionellen Filmemachern sind möglich. Aus aktuellen Filmrepertoires, die aus sächsischen Filmfestivals und -initiativen stammen, werden zudem Filmtouren angeboten. Freilich sollen und können auch neue Projekte damit angeschoben und entwickelt werden. „Wir sind neugierig, welche Ideen an uns herangetragen werden“, sagt sich Projektleiterin Annemarie Renker.

Erik Schiesko ist bereits ein Profi in der Filmbranche. Der gebürtige Spremberger ist ein bekannter Filmemacher, Regisseur, Mitbegründer des „Netzwerks Lausitzer Filmschaffender“ und war in Hoyerswerda schon des Öfteren als Workshop-Leiter und bei anderen Projekten aktiv.

Der 33-Jährige engagiert sich zudem als Medienbotschafter dafür, den Bekanntheitsgrad sorbischer Filme zu erhöhen. „Die neu ins Leben gerufene Filminitiative gibt auch uns als Filmemachern die Möglichkeit, ins gemeinsame Gespräch mit Kollegen und dem Publikum zu kommen. Das schafft auch Raum für Reflexionen von außen und für neue Inspirationen, die bei «normalen» Filmvorführungen nicht so möglich sind“, erklärt Erik Schiesko.

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