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Pirna

Großes Kino im Königsteiner Kino

Das Lichtspielhaus wird derzeit saniert. Dank einer Finanzspritze können nun Extrawünsche erfüllt werden.

Simone Leonhardi, Katrin Klewe und Thomas Leonhardi (v.r.) nahmen Fördermittel entgegen, die Innenminister Roland Wöller, Landtagsabgeordneter Jens Michel (2.v.l.) und Bürgermeister Tobias Kummer (li.) übergaben.
Simone Leonhardi, Katrin Klewe und Thomas Leonhardi (v.r.) nahmen Fördermittel entgegen, die Innenminister Roland Wöller, Landtagsabgeordneter Jens Michel (2.v.l.) und Bürgermeister Tobias Kummer (li.) übergaben. © Daniel Schäfer

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat es am Dienstag ins Königsteiner Kino gezogen. Allerdings nicht, um sich einen nostalgischen Film anzusehen. Er hatte einen Fördermittelbescheid dabei, mit dem die Sanierung des Gebäudes unterstützt wird. Insgesamt 30 000 Euro übergab er den Mitgliedern vom Verein Königsteiner Lichtspiele.

„Das Kino ist ein kulturelles Kleinod inmitten der Sächsischen Schweiz“, würdigte Wöller das Haus. Es sein ein kulturhistorisch bedeutendes Denkmal, das dank des leidenschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements des Vereins weiterhin mit Leben gefüllt werde. Denn im Lichtspielhaus werden nicht nur Kinofilme gezeigt. In den Räumen finden auch andere Veranstaltungen statt, die von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und der älteren Generation gleichermaßen genutzt werden. „Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag für ein soziales und generationenübergreifendes Miteinander“, sagte Wöller. Die 30 000 Euro, die der Innenminister dabei hatte, stammen aus ehemaligem DDR-Vermögen. Es sind Mittel des für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stehenden Vermögens der DDR-Parteien und Massenorganisationen.

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Mit der Finanzspritze sollen mehrere Wünsche erfüllt werden, die der Verein im Zusammenhang mit der Sanierung hat. Dazu gehört der historische Schriftzug, der wieder über dem Eingang prangen soll. „Königsteiner Lichtspiele“ war einst in großen Lettern zu lesen. Von den Buchstaben ist nur ein einziger übrig, das „L“. Fotos mit dem originalen Schriftzug am Haus gibt es keine. „Wir haben nur Bilder, auf denen man die Schatten sieht“, erzählt Vereinsvorsitzende Simone Leonhardi, also die verblasste Fassade. Mit dem Geld könnte nun ein neuer Schriftzug angefertigt und zurück an den alten Platz am Giebel kommen.

Ein weiterer Teil der Summe wird in die Kinobestuhlung fließen. Etwa 50 Sitze gibt es im Saal. Die gepolsterten Klappsitze hängen meist als Viererreihe zusammen. Wegen der Bauarbeiten im Haus wurden sie bereits ausgebaut. Ein Tischler hat sich der Sitze bereits angenommen. Er entfernte die Polster, schliff die Holzstühle ab und brachte eine neue Ölschicht auf. Die Polster sollen anschließend nach dem Vorbild der alten Sitze erneuert werden. „Wie sie einmal aussehen werden, steht noch nicht fest“, sagt Simone Leonhardi. Das wird noch entschieden. Feststeht dagegen schon, dass auch die neue Leinwand mithilfe der Fördermittel finanziert werden kann. Es wird eine moderne Leinwand sein, die ein- und ausgefahren werden kann. Simone Leonhardi vom Verein Königsteiner Lichtspiele freut sich, dass der Freistaat die Sanierung des Kinos finanziell unterstützt.

Anfang April haben die Umbauten des Komplexes an der Goethestraße begonnen. Das Gebäude soll später nicht nur ein Kino sein, sondern ein Begegnungszentrum werden. Es sollen mehrere Räume entstehen, die von den Königsteinern und Touristen genutzt werden. Angedacht ist beispielsweise ein Schülercafé unter dem Dach oder ein Mutter-Kind-Treff. Auch ein Probenraum sei möglich. Etwa vier Jahre sind für die Sanierung veranschlagt. Der Verein rechnet mit Gesamtkosten von rund 1,15 Millionen Euro. Die Summe wird auf zwei Bauabschnitte verteilt. Im ersten Teil steht die Sanierung des Saals und des Eingangsbereichs im Vordergrund. Knapp 690 000 Euro sollen in diesen ersten Bauabschnitt investiert werden.

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