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Großinspektion auf der Felsenburg

Im nächsten Jahr sollen Stiegen und Brücken erneuert werden. Das Vorhaben im Nationalpark steht unter besonderer Obacht.

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Von Heike Wendt

Zwischen 50 000 und 100 000 Besucher pro Jahr nehmen von der Basteibrücke den Weg zur historischen Felsenburg Neurathen. Die Anlage, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, wurde 1982 für Besucher erstmals sicher zugänglich gemacht. Zuvor war die Felsenanlage über zwei Holzbrücken erreichbar. Jetzt steht nach 30 Jahren eine Generalerneuerung an. Die soll im nächsten Jahr bei laufendem Betrieb über die Bühne gehen.

Die Grundlage für das Vorhaben wurde gestern besiegelt. Denn das Areal der Felsenburg liegt im Bereich des Nationalparks. Dieser bewirtschaftet die Felsenburg aber nicht selbst, sondern hat die an die Gemeinde Lohmen vermietet, mittlerweile seit 20 Jahren. Auch zuvor hatte sich Lohmen im Auftrag des damaligen Rates des Kreises um die Burganlage gekümmert. Gestern haben beide Seiten schriftlich festgehalten, dass dies mindestens die nächsten zwölf Jahre weiter so sein soll. Nationalparkchef Dietrich Butter und Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner unterschrieben einen Mietvertrag bis 2025.

Einziger Mietvertrag für Felsengebiet

Die Vermietung einer ganzen Felsformation ist im Nationalpark einmalig. Einzelne Mietverträge bestehen für Gebäude zur Bewirtung und für Übernachtungen, zum Beispiel bei der Brandbaude, am Großen Winterberg oder am Kuhstall.

Bastei und Felsenburg nehmen im Nationalpark eine Schlüsselstellung ein. „Hier bekommen die Besucher einen umfassenden Eindruck von der Landschaft“, sagt Dietrich Butter. Kein anderer Nationalpark in Deutschland hat so viele Besucher wie der in der Sächsischen Schweiz zu verkraften. Diese müssen naturverträglich gelenkt werden. Für die Felsenburg bedeutet das ein hohes Maß an Verkehrssicherung. Zahlreiche Geländer, Gitter, Treppen, Brücken und Zäune minieren das Risiko, dass einer der Besucher Schaden nimmt. „Dort, wo Besucher hingelenkt werden, haben wir eine sehr hohe Verkehrssicherungspflicht“, sagt Dietrich Butter. Die Bewirtschaftung und Erneuerung der Stiegen, Treppen und Brücken liegt mit dem Mietvertrag in der Verantwortung der Gemeinde Lohmen. Wie viel Geld ausgegeben werden muss, steht noch nicht fest. „Auf alle Fälle ist es ein fünfstelliger Betrag“, sagt Jörg Mildner. Der langfristige Mietvertrag gibt der Gemeinde Planungssicherheit. Immerhin investiert die Kommune Jahr für Jahr hohe Summen in die Felsenburg.

An welchen Stellen genau repariert werden muss, wird derzeit ermittelt. Auch welche Technologien umsetzbar und zudem bezahlbar sind, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. „Dort ist es wichtig, Kompromisse zu finden“, sagt Dietrich Butter. Beispielsweise darüber, wie Baumaterial angeliefert, Stahlteile abtransportiert, ob Bäume gefällt oder Verankerungen zum Schutz der Bauarbeiten in Felsen geschlagen werden.

Jeder einzelne Arbeitsabschnitt wird eine Herausforderung. Der Weg zur Felsenburg führt über Stufen, die Basteibrücke und schmale Wege. Schweres Gerät lässt sich kaum darüber transportieren. Bei der letzten größeren Sanierung von 1982 bis 1984 hatte eine Truppe von etwa 20 Kletterern in Feierabendarbeit neue Geländer und Treppen angebaut. Stahlträger waren mit zwölf Mann transportiert worden, gearbeitet wurde im Seil. Trotz Bauarbeiten soll die Felsenburg durchgängig geöffnet bleiben. Inwieweit Einschränkungen für Besucher nötig sind, wird sich mit den konkreten Planungen herausstellen.