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Leipzig

Großrazzia in Leipzig

Rund 300 Ermittler gehen gegen Drogenbesitz, Steuerdelikte und Schwarzarbeit vor – und nehmen zwei Verdächtige fest.

Die Eisenbahnstraße in Leipzig ist seit einem Jahr Waffenverbotszone.
Die Eisenbahnstraße in Leipzig ist seit einem Jahr Waffenverbotszone. © Sebastian Willnow/dpa (Archivbild)

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Sie kamen bei Einbruch der Dunkelheit mit einem Großaufgebot: Rund 300 Beamte von Steuerfahndung, Landeskriminalamt, Hauptzollamt Dresden, Polizei und der Bereitschaftspolizei Sachsen rückten am späten Dienstagnachmittag einmal mehr in der Leipziger Eisenbahnstraße an. Dabei wurden zwei Männer türkischer Herkunft im Alter von 23 und 25 Jahren wegen Drogendelikten vorläufig festgenommen. In einer Wohnung seien laut einem Polizeisprecher zwei Kilogramm Marihuana, etwa 800 Gramm Crystal Meth und rund 100 Gramm Kokain gefunden worden. Die Verdächtigen sollten im Laufe des Mittwochs dem Haftrichter vorgeführt werden, hieß es.

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Bei der Razzia ging es auch um weitere Delikte wie Schwarzarbeit, Steuerverstöße und Fälschungsdelikte. Bis kurz vor Mitternacht wurden 27 Gebäude, vor allem Lokale und Läden durchsucht, darunter auch zwei Adressen in Grimma und in Gera. Größter Fund für den Zoll waren 14,6 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak in einer Shisha-Bar. Gegen den Eigentümer, den Inhaber des Cafés, werde nun ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung geführt, sagte die Sprecherin des Hauptzollamtes Dresden, Heike Wilsdorf. Zudem sei eine Person ohne Aufenthaltsgenehmigung angetroffen worden, gegen die nun ebenfalls ein Verfahren geführt wird. 

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Darüber hinaus beschlagnahmten die Beamten mehrere Telefone, Computer, Speichermedien, Bargeld, Anabolika und mehrere Hundert Gramm verschiedener Drogen, darunter Crystal, Kokain und Cannabis. Die Finanzkontrolleure für Schwarzarbeit durchleuchteten auch 42 Personen zu ihren Beschäftigungsverhältnissen. Danach wurden sieben Ordnungswidrigkeits-Verfahren und ein Strafverfahren eingeleitet.

Es war mindestens die vierte Großaktion der Ermittler in der Eisenbahnstraße in jüngster Zeit. Dabei bündeln die Behörden ihre Prüf- und Kontrollaufträge, Vernehmungen und Durchsuchungsbeschlüsse. Mit der konzertierten Aktion wollen die Sicherheitsbehörden vor allem Präsenz in der Eisenbahnstraße demonstrieren, die als ein Kriminalitätsschwerpunkt in Leipzig gilt. „Wir zeigen, dass wir keine rechtsfreien Räume in Leipzig zulassen“, sagt LKA-Präsident Petric Kleine, der bei der Razzia mit vor Ort war. Dieses Zusammenspiel sei ein „Erfolgsrezept“.

Das Gebiet an der Eisenbahnstraße ist auch Sachsens erste Waffenverbotszone, die vor einem Jahr eingerichtet wurde. Verstöße gegen das Verbot seien bei der Razzia am Dienstag aber nicht festgestellt worden, sagt LKA-Sprecher Tom Bernhardt auf Anfrage. Bei Hunderten Kontrollen in den vergangenen zwölf Monaten waren laut Innenministerium insgesamt 112 Messer, 16 Tierabwehrsprays, drei Elektroschocker, eine Pistole und ein Revolver entdeckt worden, berichtete kürzlich die Leipziger Volkszeitung.