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Großröhrsdorf ärgert den Platzhirsch

Dennoch reicht es knapp für Arnold Vaatz (CDU) im Wahlkreis 160. Bei der Zweitstimme wird die CDU noch heftiger abgestraft.

© Symbolfoto: dpa

Großröhrsdorf und der Raum Radeberg waren innerhalb des Landkreises die Exoten. Das Rödertal wählte – anders als der große Rest des Kreises – im Wahlkreis 160 Bautzen II/Dresden II gemeinsam mit dem Dresdner Norden. Und gerade Großröhrsdorf macht da noch in einem weiteren Punkt auf sich aufmerksam: Die Großröhrsdorfer zeigten dem Direktkandidaten Arnold Vaatz von der CDU die Rote Karte. Sie votierten in der Mehrheit für die Kandidatin der AfD, Anka Willms, mit 31,7 Prozent der Stimmen. Nur in Wachau schnitt die Frau aus Oßling noch besser ab und konnte sich ebenfalls vor Arnold Vaatz platzieren. Verglichen mit den anderen Gemeinden im Wahlkreis. Dazu gehören außerdem Dresden II, Radeberg, Ottendorf-Okrilla und Arnsdorf.

Knapp war es für Arnold Vaatz dennoch bis zum Schluss. Am Ende waren es vor allem die Briefwähler und die Dresdner, die den Unterschied von 3,3 Prozent brachten und dem Platzhirsch das Mandat retteten. Erst kurz vor 23 Uhr stand das Ergebnis fest. Und die Erleichterung war Arnold Vaatz anzumerken: „Viele Bürger, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt: So geht es nicht weiter“, ließ er dann wissen.

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Derweil machte sich bei der Wahlparty der SPD im Dresdner Art-Hotel Enttäuschung breit; auch wenn Direktkandidat Richard Kaniewski das zumindest äußerlich nicht zeigte. Er hatte sich auch im Rödertal ins Zeug gelegt. Dass sich das am Ende für den Gewinn des Direktmandats reichen würde, hatte aber – wohl nicht nur im Rödertal – kaum jemand ernsthaft geglaubt.

Während bei den Erststimmen der CDU-Kandidat noch mit einem blauen Auge davon kam, erhielt seine Partei bei den Zweitstimmen eine deutliche Klatsche im Wahlkreis. Bis auf Dresden II hat die AfD in allen anderen Gemeinden die Nase vorn und gewann so mit einem kleinen Vorsprung das Rennen mit 23,3 Prozent vor der CDU mit 23,1 Prozent. Die CDU verlor damit 15 Prozent zum Vorjahr, die SPD 4,3 Prozent. Die Linke hielt ihr Ergebnis weitgehend. Deutlich zulegen konnte neben der AfD noch die FDP (plus 6,4).

Die meisten Wähler hatte die AfD in Großröhrsdorf (32,8 Prozent) und in Wachau. Das Dorf ist nach dieser Wahl mit 34,4 Prozent die AfD-Hochburg des Rödertals. Für Wachaus CDU-Bürgermeister Veit Künzelmann ist das Wahlergebnis in seiner Gemeinde bitter. Die CDU kam in Wachau dagegen nur auf 27,4 Prozent. Für Künzelmann ist dafür allein die Bundespolitik verantwortlich. „Die Menschen sind verunsichert. Sie sehen die Attentate, sehen, dass straffällig gewordene Asylbewerber nicht konsequent abgeschoben werden. Auf der anderen Seite gibt es Personalmangel bei der Polizei. Das erzeugt ein Gefühl der Unsicherheit.“ In der Lokalpolitik lasse sich da nur begrenzt gegensteuern. Dabei habe gerade Wachau eine niedrige Arbeitslosigkeit. Auch die Gemeindefinanzen seien solide. Deshalb ist das Ergebnis auch unverständlich.“ Er wertet die Wahl als Protestwahl. Dafür spreche auch die hohe Beteiligung von fast 85 Prozent. Da kann Großröhrsdorf (74 Prozent) nicht mithalten. Die Stadt rangiert im Wahlkreis gemeinsam mit Arnsdorf (73,8 Prozent) auf den hinteren Plätzen. (SZ/jf/td/ha)