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Großteil der Flutschäden beseitigt

Seit dem Hochwasser 2013 werden Gewässer und Wege in Kreischa saniert. Drei große Vorhaben stehen aber noch aus.

© Andreas Weihs

Von Stephan Klingbeil

Kreischa. Uferabbrüche, Überschwemmungen, Schäden an Straßen, Stützwänden und Gebäuden: Mehr als vier Jahre ist es her, dass auch Kreischa vom Hochwasser heimgesucht wurde. Seither hat die Gemeinde eine Menge in die Schadensbeseitigung und den nachhaltigen Hochwasserschutz investiert. Mit bislang rund drei Millionen Euro an Fluthilfen vom Freistaat wurden bereits die meisten der Vorhaben aus dem Wiederaufbauplan umgesetzt. Nun hat das Rathaus eine Bilanz gezogen und diese im Gemeinderat präsentiert.

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Insgesamt 25 Baumaßnahmen wurden in Kreischa und seinen Ortsteilen nach der Juniflut 2013 aufgenommen, 14 Gewässerinstandsetzungen und elf Maßnahmen auf Straßen und Wegen – die Schadenshöhe war zunächst auf 7,3 Millionen Euro geschätzt und in der abschließenden Fassung des Wiederaufbauplans auf rund 6,3 Millionen Euro beziffert worden. Hinzu kamen noch 600 000 Euro für die Projektsteuerung. Hierfür hatte der Freistaat laut Bürgermeister Frank Schöning (FBK) vorab pauschal rund zehn Prozent der Schadenshöhe als Zuschuss in Aussicht gestellt.

Laut der jetzt vorgelegten Bilanz sind bereits 17 Maßnahmen vollständig erledigt. Die Bauarbeiten am Wilischweg entfielen, weil der Energieversorger Enso Leitungen in dem Bereich verlegt und die Schäden gleich mit beseitigt habe.

Drei weitere Maßnahmen sind eigentlich schon fertiggestellt, befinden sich jedoch noch in der Schlussabrechnung gegenüber den zuständigen Förderbehörden. So etwa die Stützwand am Spitzbergweg, wozu es aber noch unterschiedliche Auffassungen zur tatsächlichen Förderhöhe gibt.

Die Unstimmigkeiten zwischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr und Kreischa hängen mit den Planungskosten zusammen. Für die Stützwandarbeiten waren ursprünglich etwa 83 800 Euro kalkuliert worden. Laut Schöning sei die Maßnahme aber deutlich günstiger geworden: „Die Firma hat das preiswerter und qualitativ gut gemacht.“ Wie viel der Planungskosten für die Instandsetzung nun gefördert werden, sei aber noch nicht abschließend geklärt.

Die drei Baumaßnahmen an Quohrener Bach, Scheibengraben Lungkwitz sowie am Gombsener Wasser und Teich Saida sind abgeschlossen, aber noch nicht endgültig von den Förderstellen bearbeitet.

Dreieinhalb Millionen verbaut

Insgesamt hat Kreischa bisher 3,55 Millionen Euro zur Schadensbeseitigung ausgegeben. Rund 711 000 Euro davon müssten Schöning zufolge noch durch Fördergeld des Freistaats erstattet werden. Hier ist die Gemeinde in Vorleistung gegangen.

Vorsichtshalber habe Kreischa etwas mehr Zeit einkalkuliert, um alle Vorhaben umzusetzen, sodass die Bewilligungszeiträume ohne Probleme eingehalten werden können. „Wir gehen davon, dass wir alle Maßnahmen bis spätestens im Jahr 2018 umsetzen werden“, so der Bürgermeister.

Schon erledigt ist der Ausbau des Lauebachs, der 2013 nach Starkregen über die Ufer getreten war und eine Mülldeponie freigelegt und verwüstet hatte. Der etwa 1 900 Meter lange Bereich zwischen der Staatsstraße S 36 von Kreischa nach Possendorf und der Einmündung in den Possendorfer Bach ist im vorigen Jahr saniert worden. Neue Bäume wurden gepflanzt, das zerstörte Flussbett sowie die Ufer wiederhergestellt – für 802 000 Euro.

Noch nicht abgeschlossen sind drei der 25 Bauvorhaben. Das sind aber neben dem Ausbau des Lauebachs Instandsetzungen, die zu den vier teuersten in Kreischa zählen. Bislang nicht über den Planungsstatus hinaus gekommen ist dabei der hochwassersichere Ausbau am Wittgensdorfer Bach. Dieser hatte im Juni 2013 nicht nur ganze Wiesen überflutet. Auch die Brücke an der Wittgensdorfer Straße wurde zerstört. Das Genehmigungsverfahren sei kompliziert. Der 590 000 Euro teure Ausbau soll jedoch spätestens 2018 starten.

Dessen ungeachtet laufen die anderen beiden Projekte seit einiger Zeit. Für die Schadensbeseitigung am Gründel, wo die Arbeiten am ersten von zwei Bauabschnitten im späten Frühjahr begannen, sind 649 500 Euro eingeplant. Und auch beim teuersten der Vorhaben ist schon einiges passiert – am Possendorfer Bach.

Der Bach wurde beim Hochwasser 2013 arg in Mitleidenschaft gezogen. Es brachen Ufer ab, Bauwerke und Bäume wurden unterspült. Die nun breitere Brücke über den Bach im Ortsteil Theisewitz war schon Ende 2016 fertiggestellt worden. Damit konnte der Verkehr in Richtung Kleba rollen.

Nun werden im Flussbett weitere Ablagerungen entfernt und der Bach bekommt mehr Raum, um sich im Falle eines Hochwassers besser ausbreiten zu können. Die abschließenden Pflanzungen am Ufer sollen bis spätestens Dezember 2018 beendet sein. Dann hofft Kreischa darauf, unter das Thema Hochwasserschadensbeseitigung endgültig einen Haken machen zu können.