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Weißwasser

Grünberger Marschallin lädt Kretschmer ein

Am 23. September treffen sich in Zielona Gora (Grünberg) alle Marschalle Polens zum Konvent. Sachsens Landesvater ist ebenfalls dazu eingeladen.

Als Marschallin Elzbieta Polak (li). in Bad Muskau mit Bundeskulturministerin Monika Grütters und Michael Kretschmer anstieß, gab es Sekt. Der war aber nicht aus Grünberger Trauben.
Als Marschallin Elzbieta Polak (li). in Bad Muskau mit Bundeskulturministerin Monika Grütters und Michael Kretschmer anstieß, gab es Sekt. Der war aber nicht aus Grünberger Trauben. © Foto. Joachim Rehle

Bad Muskau. Elzbieta Polak kommt, so oft es ihr möglich ist, in den Muskauer Park. Privat wie beruflich. Hier, im binationalen Welterbe-Park, findet sie Ruhe und Entspannung vom hektischen Alltag, hat sie aber auch wichtige Aufgaben sowie Repräsentationspflichten. Denn Elzbieta Polak ist seit 2010 die Marschallin des Lebuser Landes. Sie ist damit die einzige Frau in Polen in diesem Amt und auch für den Landkreis Zary und dessen Stadt Leknica samt polnischem Parkteil zuständig.

Erst kürzlich war die Ministerpräsidentin, so ihre deutsche Amtsbezeichnung, in Bad Muskau, um der Unterzeichnung der Vereinbarung von Bund und Freistaat Sachen zur weiteren institutionellen und investiven Projektförderung der Fürst-Pückler-Stiftung beizuwohnen. Immerhin gilt das Welterbe als lebendiger Beweis für Zusammenarbeit und Zusammenwachsen von Deutschland und Polen. „Durch diesen Ort weiß auch die ganze Welt, wo das Lebuser Land ist. Wir danken den deutschen Partner daher für das große Engagement“, so die Marschallin. Wie sie weiter erklärte, setze auch Polen alles daran, seine Parkseite weiter zu entwickeln. „Auch wir werden in Leknica ein Besucher-, Kultur- und Ausbildungszentrum errichten. Aber mit bescheideneren Mittel als in Bad Muskau“, bekannte sie beim Treffen mit Bundeskulturministerin Monika Grütters und Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer.

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Doch die Marschallin nutzte die Gelegenheit nicht nur zu Repräsentation und Smalltalk, sondern lud Kretschmer persönlich zum Konvent der Marschalle in Zielona Gora, seit 1999 Parlamentssitz der Woiwodschaft Lebus, ein. Der Hintergrund ist mehr als eine freundschaftliche Geste. Denn beim Treffen der 16 Marschalle Polens sowie Vertretern der EU-Kommission geht es um Probleme, die nicht allein Polen betreffen oder lösen kann. Strukturwandel, Umwelt-Themen wie erneuerbare Energien und Biowirtschaft, Technologie-Forschungsparks, digitale Bildung, EU-geförderte Aufbau- und Wirtschaftsprogramme stehen da ebenso im Fokus wie die Entwicklung von Infrastruktur und grenzüberschreitender Zusammenarbeit oder Sozialpolitik. 

Marschallin lockt mit Weinfest

Um ihrem sächsischen Amtskollegen die Teilnahme zu versüßen, erläuterte Polak auch kurz das zweitägige Programm. Zu dem gehört ein Ausflug in das bei Grünberg bestehende, größte zusammenhängende Weinanbaugebiet Polens. „Hier gibt es Führungen und ein Weinfest“, ermunterte sie den deutschen Amtskollegen.

Angebaut werden im Weingebiet vorrangig Weißweine. Eine Tradition, die bis ins Jahr 1314 und das Kloster Paradies zurückgeht, wo Mönche 1250 erste Weinberge anlegten. Zu besten Zeiten waren es über 4.000 in der Gegend, davon 2.500 in Grünberg. Deren Trauben wurden sogar in der ältesten deutschen Sektkellerei genutzt. Der Niedergang der Tradition kam mit dem Sozialismus, weshalb erst ab 1990 der Weinbau neu belebt wurde.In Bad Muskau äußerte Kretschmer bereits spontan, „unbedingt alles möglich (zu) machen“ für die Konvent-Teilnahme. Nicht des Weines wegen. „Für mich ist es spannend und aufschlussreich, wie Polen mit den Fragen und Problemen, wie sie Sachsen hat, umgeht und sie beantwortet.“

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