merken

Dresden

Grüne fordern Hilfen für Sexarbeiter

Einige der Prostituierten seien nicht krankenversichert oder gemeldet. Es gibt konkrete Vorschläge.

Einige der Prostituierten seien nicht krankenversichert oder gemeldet.
Einige der Prostituierten seien nicht krankenversichert oder gemeldet. © dpa/Andreas Arnold

Dresden. Die Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus trifft viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche. Für einige in der Prostitution Tätige sind die Einschränkungen besonders dramatisch. 

"Ein Teil der Gruppe der in der Prostitution Tätigen fällt durch das Raster bei den Unterstützungsprogrammen. Sie sind aktuell massiv eingeschränkt, da sie nicht arbeiten dürfen", so Lucie Hammecke, frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. 

Anzeige
Vier spannende Berufe warten auf Dich
Vier spannende Berufe warten auf Dich

Du möchtest im Labor tüfteln, magst Präzision und Nachhaltigkeit? Dann bewirb dich noch bis 5. Juni für eine Ausbildung im Fraunhofer-Institut FEP!

Ein Teil von ihnen sei zudem nicht krankenversichert und nicht offiziell gemeldet. Einige haben keinen Aufenthaltsstatus oder keine eigene Wohnung. Oft sind sie auf das Geld, welches sie in der Prostitution verdienen, angewiesen. "Das zwingt manche von ihnen, jetzt illegal weiter zu arbeiten und damit ihre Gesundheit und Leben zu gefährden", so Hammecke. 

Hinzu komme, dass viele wegen der Corona-Pandemie nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren können. Andere mussten die Arbeitsstätte, die gleichzeitig auch ihre Wohnung war, verlassen. Auch wenn inzwischen das Übernachtungsverbot aufgehoben wurde, ist oft unklar, wo die Menschen nun sind. Angaben zu Betroffenenzahlen in den Kommunen sind oft nicht möglich.

Die Grünen haben Vorschläge, wie man den Sexarbeitern helfen kann. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Sorgen der in der Prostitution Tätigen Sorge zu tragen. Die Rückmeldungen aus den kommunalen Beratungsstrukturen und Netzwerken zeigen zum Beispiel, dass es an kostenlosen Unterkunfts- und Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen fehlt", betont die Politikerin. Bordellbesitzern sollten dazu angehalten werden, die Zimmer während der Corona-Krise den Sexarbeitenden kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Hierzu müssten auch Ordnungsämter und Polizei sensibilisiert werden.

Außerdem seien mehr anonyme, freiwillige und kostenfreie Beratungsstellen zu den Themen Gesundheit, Schulden und Ausstiegsmöglichkeiten wichtig. Außerdem fehle es an gesundheitlichen Untersuchungsmöglichkeiten für Frauen ohne Krankenversicherung. 

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden