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Grüne fordern mehr Videotelefonie in Gefängnissen

Der Testbetrieb in Zeithain wird positiv bewertet. Ob nun auch andere Häftlinge davon profitieren, ist dennoch unklar.

© Symbolbild: Lutz Weidler

Zeithain/Sachsen. Nach einem erfolgreichen Test der Videotelefonie in der Justizvollzugsanstalt Zeithain fordern die Grünen deren Ausweitung auf andere sächsische Gefängnisse. Angehörigen von Inhaftierten seien Besuche in der Haftanstalt aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht immer möglich, teilten die Grünen mit. Und im Gegensatz zu Telefonaten böte Skype die Möglichkeit, sich trotz Entfernung nahe zu fühlen. „Der stetige Kontakt zu Angehörigen während der Haft ist ein elementarer Bestandteil der Resozialisierung. Er bereitet auf die Rückkehr in die Gesellschaft nach der Entlassung vor und gibt Sicherheit“, erklärt Katja Meier, rechtspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag.

Der Testbetrieb in Zeithain habe sich bewährt, im Januar 2018 sei dort deshalb der Echtbetrieb gestartet, heißt es in der Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Derzeit werde nun geprüft, ob, und gegebenenfalls wann, in anderen Justizvollzugsanstalten ähnliche Möglichkeiten geschaffen werden können. Ein Zeitplan dafür stehe jedoch noch nicht fest. – Am Testbetrieb im Zeithainer Gefängnis nahmen laut Ministerium im vergangenen Jahr insgesamt 17 Strafgefangene teil. ln Summe seien dabei 63 halbstündige Besuche via Videotelefonie durchgeführt worden.

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Die Nutzung der Videotelefonie stehe nun grundsätzlich allen Gefangenen der JVA Zeithain offen. Die Teilnahme könne unter Angabe eines wichtigen Grundes zugelassen werden, sofern sich aus der grundsätzlichen Prüfung der Eignung des Gefangenen durch die Vollzugsabteilung keine Bedenken ergeben, heißt es aus dem Ministerium. Wichtige Gründe seien zum Beispiel eine räumliche Entfernung von mehr als 200 Kilometern, der gesundheitliche Zustand oder die finanzielle Situation des Besuchers. (dpa/SZ)