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Zittau

Grüne gegen B178-Nordverlängerung

Ihrer Ansicht nach sollen besser Bus- und Bahnverbindungen ausgebaut werden. Eine Studie stützt ihre Argumentation.

Wenn es nach den Grünen gehen würde, wird es die Verlängerung der B178 über die A4 hinaus nicht geben. ©  Matthias Weber

Die sächsischen Grünen sprechen sich gegen die Nordverlängerung der B178 von der A4 bei Weißenberg bis zur A15 bei Roggosen und gegen die Mitteldeutschland-Lausitz-Trasse aus. "Die geringe Verkehrsnachfrage rechtfertigt die enormen Kosten der Neubauten nicht", so Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag. "Neue schnelle Straßen erzeugen zusätzlichen Auto- und Lkw-Verkehr und konkurrieren mit dem geplanten Schienenausbau." Damit würden diese Straßenprojekte den mit dem Kohleausstieg verbundenen Zielen zur CO2-Einsparung zuwider laufen. Das dafür nötige Geld sollte lieber in die Verbesserung des ÖPNV-Angebots, für den Bau von Radwegen, die Anpassung von Ortsdurchfahrten oder den Bau von Ortsumgehungen ausgegeben werden.

Als Grundlage für diese Argumentation haben die Grünen eine Studie in Auftrag gegeben. Darin heißt es unter der Überschrift "Verzicht auf Nordverlängerung B178n und MiLau" über Meiers Sicht hinaus, dass die beiden Neubautrassen sehr viel Geld beim Bau und bei der Unterhaltung kosten und kaum wirtschaftliche Vorteile für die Region bringen, sondern eher die Pendlerströme in benachbarte Zentren stärken würden. Außerdem "würde für die Nordverlängerung der B178n die direkteste Verbindung zwischen Weißenberg und Weißwasser unmittelbar durch das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft hindurchführen", so die Verfasser der Studie. "Eine Umfahrung der Naturschutzgebiete sorgt hingegen für weniger direkte Fahrtwege." Darüber hinaus verweisen die Verfasser auf die wegen der ehemaligen und noch aktiven Tagebaue in der Gegend auf Risiken beim Baugrund. Sie gehen davon aus, dass ohnehin mindestens zehn Jahre vergehen, bis Autos auf den beiden Straßen rollen könnten. "In Summe ist daher zu empfehlen, statt einer kosten- und zeitintensiven Planung von großräumigen Neubautrassen auf eine Förderung des öffentlichen Verkehrs  und einen bestandsorientierten Ausbau der bestehenden Hauptverbindungsachsen/ Bundesstraßen zu orientieren", heißt es in der Studie.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Die beiden Straßen sind Teil des Maßnahme-Pakets für den Lausitzer Strukturwandel. Derzeit wird untersucht, ob und wie sie sich bauen lassen.

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