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Grüne monieren hohe Zahl befristeter Hochschulstellen

Viele junge Wissenschaftler hangeln sich von Vertrag zu Vertrag. Selbst für Daueraufgaben gibt es häufig keine Dauerstellen. Ein Familienleben lässt sich für Betroffene kaum planen.

© Symbolfoto: Fabian Stratenschulte/dpa

Dresden. Viele Jobs mit kurzen Laufzeiten: Die Grünen haben die hohe Zahl befristeter Stellen an sächsischen Hochschulen moniert. Nur 11,5 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine unbefristete Stelle, rechnete die Abgeordnete Claudia Maicher vor. Bei Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) müssten die Alarmglocken läuten. „Die Arbeit in der Wissenschaft ist und bleibt in Sachsen ohne Planungssicherheit“, sagte Maicher. Sie hatte zu dem Thema wiederholt Kleine Anfragen im Parlament gestellt und die Antworten ausgewertet. Die aktuellen Daten stammen aus dem Jahr 2017.

Demnach war nicht einmal jedes dritte Beschäftigungsverhältnis, das aus Landesmitteln finanziert wird, unbefristet. Vier Prozent der Betroffenen hatten einen Arbeitsvertrag, der weniger als ein halbes Jahr Gültigkeit besaß. Statt planbare und sozialverträgliche Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, habe die Regierung die Hochschulen zum Personalabbau gezwungen, sagte Maicher.

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Im Ergebnis gebe es nun 400 aus der Landeskasse finanzierte Beschäftigte weniger als 2013: „Während das Land sich aus der Verantwortung stiehlt, ist die Drittmittelforschung weiter auf dem Vormarsch.“ Die Zahl der hier Beschäftigten habe bezogen auf 2013 um knapp 100 zugelegt.

„Im ganzen Land wird über sachgrundlose Befristung und ordentliche Arbeitsverhältnisse diskutiert. Im öffentlichen Dienst Sachsens will die Staatsregierung eine Personaloffensive voranbringen. Und gleichzeitig leistet sich der Freistaat ausgerechnet bei seinen Hochschulen dieses ausufernde Befristungswesen“, betonte Maicher. Sie warf Stange vor, allein auf Selbstverpflichtungen der Hochschulen zu setzen.

Gefragt sei nun ein entschiedenes politisches Handeln, damit die Hochschulen prekäre Beschäftigungsbedingungen tatsächlich abbauen können. Der im Hochschulgesetz festgeschriebene Zwang zur Befristung von Drittmittelstellen müsse fallen. Die Grundfinanzierung sei aufzustocken, statt immer neue Programm aufzulegen. (dpa)