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Grüne setzen weiter auf den Wechsel

Nach der Umbesetzung des sächsischen Landesvorstandes verändert sich auch die Fraktionsspitze der Partei.

© PR

Von Thilo Alexe

Dresden. Rund ein Jahr vor der Landtagswahl bahnen sich bei den Grünen weitere Personalwechsel an. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Volkmar Zschocke, tritt bei der internen Wahl dieses Postens nicht mehr an. Die acht Abgeordneten soll künftig Wolfram Günther führen.

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Der gebürtige Leipziger ist bislang einziger Kandidat und verantwortet als Sprecher die Umweltpolitik der Fraktion. Zschocke, der weiter im Landtag bleiben will, betonte: „Ich unterstütze die Kandidatur.“ Es sei sinnvoll, wenn jemand an der Spitze die Kernkompetenz der Ökopartei spiegle. Zschocke, der Soziapolitiker ist, sagte, er trete nicht zurück, sondern lediglich „ein Stück zur Seite“. Günther fügte hinzu: „Über die Umweltthemen bekommen wir die größte Aufmerksamkeit.“

Der 44-Jährige ist seit 2014 Abgeordneter. Politisiert worden sei er, sagt Günther, in der späten DDR. Er sei in der Jungen Gemeinde Leipzigs aktiv gewesen und habe Friedensgebete besucht. Günther erlernte den Beruf des Bankkaufmanns, studierte unter anderem Jura sowie Kunstgeschichte und arbeitete als Rechtsanwalt in Leipzig.

Der Personalwechsel, der am 23. Mai vollzogen werden soll, ist Teil einer Reihehe von Veränderungen. Die Partei hat mit Mathias Weilandt seit Februar einen Landesgeschäftsführer. Der Posten war mehr als ein halbes Jahr unbesetzt. Im März setzte sich bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der Leipziger Stadtratsfraktionschef Norman Volger gegen Amtsinhaber Jürgen Kasek durch, Christin Melcher wurde als Ko-Chefin bestätigt. All diese Wechsel haben der Partei Interesse der Öffentlichkeit eingebracht. Zschocke und Günther sagten am Mittwoch, diese Dynamik solle nun fortgesetzt werden und den Grünen bei der Landtagswahl nutzen.

Spitzenfunktionäre sehen die Partei nach der Bundestagswahl 2017 auch in Sachsen im Hoch, unter anderem begründen sie das mit steigenden Mitgliederzahlen. In der jüngsten Umfrage vom Dezember liegen die hiesigen Grünen allerdings nur bei vier Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl waren es 4,6 Prozent.

Die Partei könnte wichtig sein, falls es 2019 zu einem Dreierbündnis kommt. Die CDU sei „maßgeblicher Teil des Problems“, sagte Günther mit Blick auf das Erstarken der AfD. Er hob aber auch den Gestaltungswillen der Grünen hervor.