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Grüne wollen Autos von der Augustusbrücke verbannen

In den Sommermonaten sollen sich Straßenkünstler auf der Brücke niederlassen.

© dpa

Eine Karlsbrücke für Dresden: Die Grünen wollen die Augustusbrücke nur noch für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen öffnen. Für den Autoverkehr spielt die Elbquerung schon jetzt eine untergeordnete Rolle, sagt Margit Haase, die verkehrspolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion. 1998 hätten im Schnitt 14.400 Fahrzeuge die Brücke am Tag genutzt, 2011 nur noch 8.800. Für 2025 werde mit 8.000 Autos und Motorrädern täglich gerechnet. „Zudem ist die Brücke ideal für eine stärkere touristische und kulturelle Nutzung geeignet“, so Haase weiter. Eine Kleinkunst- und Straßenkulturmeile, wie man sie von der Prager Karlsbrücke kennt, würde im Zentrum noch fehlen.

In ihrem Antrag fordern die Grünen, die Augustusbrücke ab 2014 in den Monaten Juni, Juli und August an den Wochenenden sowie während der Schulferien für Autos zu sperren. Krankenwagen und Taxis sollen weiterhin fahren dürfen. Außerdem soll die Stadt bis zum Jahresende ein Konzept erarbeiten, wie die Augustusbrücke stärker touristisch und kulturell genutzt werden kann.

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Stadt will Brücke verbreitern

Die Stadt hat mit der Brücke andere Pläne: Von 2016 bis 2018 soll sie so verbreitert werden, dass Autos Radfahrer überholen können. Pro Richtung würden den Fahrzeugen dann fünfeinhalb Meter zur Verfügung stehen, Fußgänger hätten auf jeder Seite einen dreieinhalb Meter breiten Weg. Das Bauwerk soll aussehen wie nach dem Neubau 1910. Die Fahrbahn erhält wieder Pflastersteine, so der Plan. Der Bau kostet nach neuesten Rechnungen rund 27,4 Millionen Euro.

An der Sanierung der maroden Augustusbrücke, die bei einer Sonderprüfung letztes Jahr die sehr schlechte Zustandsnote 3,8 erhielt, wollen die Grünen festhalten. Allerdings brauche man am Neustädter Brückenkopf die Abbiegespuren nicht mehr, wenn da keine Autos mehr entlangfahren, so Haase. Um den gesamten Innenstadtbereich aufzuwerten, schlägt sie auch die Sperrung der Sophienstraße für Autos und Motorräder vor. (SZ/sr)