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Grünes Licht für den Schloss-Aufzug

Am Dienstag fällt eine wichtige Entscheidung für das ehrgeizige Vorhaben in Radeberg. Wobei der Fahrstuhl nur ein Teil des Projekts ist.

© Archivfoto: Willem gr. Darrelmann

Von Jens Fritzsche

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Radeberg. Die 13 wird für Schloss Klippenstein zur Glückszahl. Denn kommenden Dienstag – dem 13. März – wird der Technische Ausschuss des Stadtrats den Auftrag für den Bau des Aufzugs an der Nordfassade des Schlosses vergeben. Damit geht der seit Jahren gehegte Wunsch in Erfüllung, nicht nur die langgestreckte Fürstentreppe als Zugang ins hoch auf dem Felsen thronenden Schloss zu haben, sondern auch einen bequemen Aufzug. Einen gläsernen, der während der Fahrt dann gleich noch einen spannenden Ausblick auf Radebergs Innenstadt möglich macht. Rechtzeitig vorm großen Stadtjubiläum 800 Jahre Radeberg im kommenden Jahr wird der Aufzug nun also Realität. Knapp 150.000 Euro wird der Anbau kosten. Und das Ganze ist dabei Teil einer kompletten Neugestaltung des Schlossparks und der Fassadensanierung. Ein Projekt, in das die Stadt insgesamt rund 1,4 Millionen Euro investiert. Unterstützt allerdings mit gut 850 000 Euro Fördermitteln aus dem Topf Tourismusförderung des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Denn der Tourismus-Magnet Klippenstein soll durch den Aufzug und den neugestalteten Park dann noch ein wenig anziehender werden – weshalb sich die Stadt auch um die Fördermittel bemüht hatte.

Und so erhält dann auch der Schlossteich eine Frischekur, die Ufermauer wird saniert – und durch den bisher nicht wirklich gepflegten Park soll zudem ein Rundweg führen. Nicht zu vergessen: Auch eine Art Freilichtbühne im Miniformat ist geplant. Eine befestigte Fläche, auf der dann die Möglichkeit zum Aufbau eines Veranstaltungszeltes besteht.

Überraschung an der Fassade

Eigentlich sollten die Arbeiten am Schloss-Aufzug bereits viel weiter gediehen sein. Aber bei der Sanierung der Nordfassade war im vergangenen Herbst plötzlich ein Hohlraum entdeckt worden. „Ausgerechnet an der Stelle, an der der Aufzug mit der Mauer verschraubt werden sollte, ist die Fassade quasi nur eine Verblendung, die vor die eigentliche Außenmauer gesetzt worden war“, hatte Stadtsprecher Jürgen Wähnert das Dilemma beschrieben. Warum und wann das Ganze so gebaut worden war, ist nicht mehr zu ergründen. „Aber bei Arbeiten an alten Gebäuden können solche unliebsamen Überraschungen leider nie ganz ausgeschlossen werden“, so Jürgen Wähnert. Jedenfalls sei das Ganze auch im Vorfeld nicht zu erkennen gewesen. Daraufhin musste allerdings die komplette Statik für den Aufzug überprüft und neu berechnet werden. Das hatte dann zum Zeitverzug geführt. Allerdings war die Übergabe des gläsernen Aufzugs sowieso erst mit der Einweihung des Gesamtprojekts geplant gewesen. Also im nächsten Jahr, dem Jubiläumsjahr.

Froh werden dann auch nicht nur die Touristen sein, sondern auch gehbehinderte Schlossbesucher. Auch für die ist es derzeit ja bekanntlich sehr schwierig, die Ausstellungen und Veranstaltungen im Schloss zu besuchen. Mit dem Aufzug wird das alles auch für sie nun wesentlich leichter.