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Grüßt Dresden bald woanders?

Ein Altstädter Ortsbeirat setzt sich dafür ein, dass der markante Spruch versetzt oder auf einem anderen Gebäude kopiert wird.

© André Wirsig

Von Linda Barthel

Dresden grüßt seine Gäste. Seit Jahrzehnten heißt der markante Schriftzug auf dem Hochhaus an der Freiberger Straße die Besucher der Stadt willkommen. Die großen Buchstaben sind zu einem Wahrzeichen geworden, auf das die meisten Dresdner nicht verzichten wollen. Nach der Fertigstellung des Zwinger-Forums auf dem benachbarten Postplatz ist die Schrift allerdings nicht mehr so gut wie früher sichtbar. Deshalb kam im Altstädter Ortsbeirat die Idee auf, „Dresden grüßt seine Gäste“ zu versetzen, oder eine Kopie an einer anderen Stelle zu montieren.

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„Der Spruch ist toll. Er ist ein Symbol dafür, dass die Stadt ihre Gäste willkommen heißt“, sagt Florian Andreas Vogelmaier von den Piraten. „Die Schrift ist durch das Zwinger-Forum aber nicht mehr präsent genug.“ Deshalb habe er Ende vergangenen Jahres auch eine Anfrage an die Stadt gestellt, ob künftig nicht lieber an anderer Stelle – zum Beispiel am Wiener Platz oder auf dem Postplatz – gegrüßt werden sollte. Das Stadtplanungsamt hat dazu eine klare Meinung. „Das Gebäude befindet sich im Eigentum der USD Immobilien GmbH und der Schriftzug gehört eigentumsrechtlich, formal und ideell zum Haus“, sagt Rathaussprecher Karl Schuricht. „Sowohl die Sanierung des Gebäudes als auch die Neuinstallation des Schriftzuges sind gerade abgeschlossen. Ein Umsetzen würde einen Eingriff in die abgeschlossene Sanierung bedeuten.“ Da Haus und Spruch eine gestalterische Einheit bilden, wolle das Stadtplanungsamt den Schriftzug dort belassen. Zumal erst kürzlich für dessen Erhalt und gegen eine Werbeanlage entschieden wurde. Auch, weil es sich die Dresdner so wünschten. Denn die USD hatte die kühne Idee, „Dresden grüßt seine Gäste“ durch den Firmennamen „Unser schönes Dresden“ zu ersetzen.

Vogelmaier besteht allerdings nicht darauf, dass der Spruch abgebaut und an anderer Stelle montiert wird. Auch eine Kopie wäre möglich. Ähnlich sieht es Norbert Rost von den Freien Bürgern. „Wenn man mit dem Satz Gäste begrüßen will, müsste er dort zu finden sein, wo Gäste ankommen: am Bahnhof“, sagt er. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich sagen: Werfen wir den Schriftzug doch mal der Dresdner Kreativwirtschaft vor und rufen dazu auf: Verarbeitet ihn doch mal unter dem historischen Blickwinkel, bezogen auf den Stadtraum und die jüngsten politischen Entwicklungen in der Stadt.“