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Grumbach bekommt einen Drogeriemarkt

Die Firma Rossmann will am Gewerbegebiet bauen. Die Größe des Ladens lässt Schlüsse auf das geplante Sortiment zu.

© Andreas Weihs

Von Annett Heyse

Grumbach. Am Ortsrand von Grumbach brummen seit Tagen die Baumaschinen. Bagger sind im Gelände unterwegs, Arbeiter verdichten mit Rüttelplatten den Boden. Hier, in Sichtweite der Bundesstraße B173, entsteht ein neuer Edeka-Markt. Eröffnung soll im Frühjahr nächsten Jahres sein. Gleich neben der Baustelle für den neuen Einkaufsmarkt wird aber schon das nächste Projekt angekündigt. Dort steht seit einigen Tagen ein großes Werbebanner der Firma Rossmann. „Mein Drogeriemarkt – demnächst auch hier“ ist darauf gedruckt. Die Handelskette bestätigt auf Nachfrage entsprechende Pläne, sich in Grumbach anzusiedeln. „Der Bau wird im Frühjahr des kommenden Jahres starten. Die Eröffnung ist für Herbst 2018 geplant“, teilt Pressereferentin Nina Kieslinger mit.

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Vorgesehen sei, eine Halle mit einer Verkaufsfläche von gut 700 Quadratmeter zu errichten. Damit wäre die Grumbacher Filiale schon etwas größer als der durchschnittliche Rossmann-Laden. Dessen Quadratmeterzahl liegt bei 560. Es soll ein Vollsortiment geben. Was das neben den klassischen Drogerieartikeln und Kosmetika noch sein soll, lässt die Unternehmenssprecherin erst einmal offen. „Konkrete Produkte lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benennen“, sagt Kieslinger. Inwieweit die Grumbacher Filiale mit dem Geschäft im Freitaler Weißeritzpark vergleichbar sein wird, will das Unternehmen auch nicht verraten.

Fakt ist: Je nach Standort des Marktes und der Größe des Geschäfts ist der Umfang des Sortiments unterschiedlich. Im Freitaler Weißeritzpark beispielsweise gibt es auch Spielwaren, Wein, einen umfangreichen Fotoservice und ein großes Regal „Ideenwelt“. Dort werden beispielsweise Geschirr, Accessoires oder elektrische Haushaltkleingeräte wie Toaster oder Föhne angeboten. Rossmann ist mit mehr als 2 000 Geschäften und 30 000 Mitarbeitern hinter der DM-Kette die Nummer zwei unter Deutschlands Drogeriemärkten. Der Hauptsitz befindet sich in Burgwedel bei Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt gründete Dirk Rossmann 1972 auch seinen ersten Drogeriemarkt und gilt damit als Erfinder des Discount-Prinzips im Bereich der Drogerieartikel. Inzwischen hat sich das Unternehmen auch in anderen europäischen Ländern niedergelassen – im Ausland gibt es noch mal um die 1 600 Filialen mit 20 000 Mitarbeitern.

Dass Rossmann nach Grumbach kommt, wird die Wilsdruffer Geschäftsinhaber nicht in jedem Fall freuen. Schon als vor einem Jahr bekannt wurde, dass Edeka in Grumbach bauen möchte, gab es Kritik. Damals hieß es seitens des Gewerbevereins, dass Wilsdruffs Einzelhandel nicht noch mehr Konkurrenz auf der grünen Wiese vertrage und dass weitere Märkte Kaufkraft aus dem kleinen Stadtzentrum abziehen würden.

Mittlerweile hat sich die Stimmung gedreht. „Wir sehen das nicht negativ“, sagt Gewerbevereinsvorsitzende Ines Siegemund, die am Markt eine Buchhandlung betreibt. Rossmann sei natürlich ein weiterer Mitbewerber. „Aber wir Wilsdruffer Händler unterscheiden uns von solchen Discountern mit unserem Angebot und unserem Service. Insofern ist uns nicht bange.“ Man könne damit leben und wolle weiterhin Kunden auch mit besonderen Veranstaltungen wie dem Nachtgeflüster, dem Herbstbauernmarkt oder dem Lichterfest ins Stadtzentrum und die Läden locken.

Der einzigen Nachteil, den Ines Siegemund sieht, ist die Ansiedelung auf der grünen Wiese. „Es wäre schöner gewesen, Rossmann wäre ins Stadtzentrum gekommen, das hätte die Innenstadt belebt.“ Dagegen spricht allerdings das Angebot an Ladenflächen. Rossmanns kleinste Läden sind um die 500 Quadratmeter groß – rund um Wilsdruffs Marktplatz und in den Nebenstraßen gibt es allerdings keine solch großen Geschäfte zu vermieten.