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Grundstein gelegt

Weil der Platz knapp ist, wird die Pestalozzi-Oberschule in Pirna erweitert und saniert. Die Kosten für das Projekt sind enorm.

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© Visualisierung: ARGE Hartmann+Helm/Milde+Möser

Von Thomas Möckel

Pirna. Bauarbeiter haben aus Metallstäben ein riesiges Netz geflochten, alles liegt auf einer großen Betonplatte, über 500 Quadratmeter groß. Das ganze Konstrukt ruht auf Stützen, die nicht mehr zu sehen sind. Bis zu neun Meter tief ragen Bohrpfähle in den Boden, der an dieser Stelle zu mürbe ist, um allein ein schweres Bauwerk zu tragen. Blubbert in Kürze frischer Beton zwischen das Stahlgeflecht, bildet alles zusammen ein festes Fundament für den Neubau auf Pirnas derzeit größter Schulbaustelle – und der teuersten.

Pirnas OB Klaus-Peter Hanke, Ulrich Menke vom Innenministerium und Schulleiterin Irina Lang (v.l.) befüllen die Hülse mit aktuellen Dokumenten, ehe sie als Grundstein für den Schulanbau im Fundament versenkt wird.
Pirnas OB Klaus-Peter Hanke, Ulrich Menke vom Innenministerium und Schulleiterin Irina Lang (v.l.) befüllen die Hülse mit aktuellen Dokumenten, ehe sie als Grundstein für den Schulanbau im Fundament versenkt wird. © Andreas Weihs

Für rund 13 Millionen Euro lässt die Stadt die Pestalozzi-Oberschule an der Schulstraße in Copitz erweitern und sanieren. Pirna legte am Dienstag den Grundstein für das Großprojekt, in einer kupfernen Hülse mit dem Aufdruck „2017“ wurden Zeichnungen, ein Pirnaer Anzeiger Baupläne und aktuelle Klassenfotos im Fundament versenkt. Aktuelle Tageszeitungen fehlten, man hatte schlicht vergessen, welche mitzubringen. Schulleiterin Irina Lang schwärmt unterdessen beim feierlichen Akt schon mal von der Zeit, wenn alles fertig ist. „Wir bekommen sicher die schönste und modernste Schule Pirnas“, sagt sie, „weil alt und neu hier so gut miteinander gekoppelt werden.“

Das Vorhaben, die Schule zukunftstauglich zu machen, vollzieht sich in zwei Akten. Zunächst entsteht – von der Schulstraße aus gesehen rechts neben der vorhandenen Bildungsstätte – ein Anbau. Im Erdgeschoss beherbergt der zusätzliche Raum einmal eine Sporthalle, obendrüber ziehen die Fachkabinette für Informatik, Musik, Kunst, Chemie, Biologie und Physik ein. Die neuen Zimmer sind später über einen Übergang zu erreichen, der Alt- und Neubau miteinander verbindet. Im Eingangsbereich des Neubaus entsteht zudem ein neuer Fahrstuhl.

Die bisherige Turnhalle, an die der Neubau mit seiner Rückfront andockt, wird zugleich komplett umgekrempelt. Sie fungiert künftig als Schul-Mensa sowie als multifunktionaler Sportraum mit Bühne. In den Abendstunden und an Wochenenden will Pirna die Halle überdies als eine Art Stadtteiltreff für Sportwettkämpfe, aber auch für andere Veranstaltungen jeglicher Art öffnen. Solange der Neubau wächst und die alte Sporthalle umgebaut wird, wird im bestehenden Schulhaus weiter unterrichtet. Das ändert sich allerdings im kommenden Jahr. Im Sommer 2018 startet der zweite Bauabschnitt des Großvorhabens. Dabei wird die alte Bildungsstätte auf Vordermann gebracht, was auch dringend nötig ist: die Elektroinstallation ist veraltet, das Dach kaputt, die Fenster undicht. Während dieser Arbeiten ziehen Schüler und Lehrer vorübergehend in das Schulgebäude auf der Nicolaistraße.

Mit dem Gesamtprojekt will Pirna einerseits den über Jahre aufgelaufenen Sanierungsstau und andererseits den Platzmangel im Schulhaus beseitigen. Aufgrund auch weiter anhaltend hoher Schülerzahlen soll die Pestalozzi-Oberschule künftig 2,5-zügig fahren, rund 420 Schüler sollen einmal in dem Haus lernen, unterrichtet von etwa 30 Lehrern und Erziehern. Räumlich lässt sich diese Aufgabe mit dem bestehenden Gebäude allein nicht bewältigen.

Neuen und modernen Raum zu schaffen, kostet allerdings eine stattliche Summe Geld: Neubau und Sanierung summieren sich auf über 13 Millionen Euro. Aus dem Stadtsanierungsprogramm „Aktive Stadt-und Ortsteilzentren“ fließt für das Fördergebiet „Alt-Copitz“ ein Zuschuss von 6,23 Millionen Euro in das Vorhaben, aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ kommen 2,14 Millionen Euro. Zudem gibt es eine Investitionspauschale von 446 000 Euro. Den Rest muss Pirna aus eigenen Mitteln aufbringen. Geplanter Fertigstellungstermin: Frühjahr 2019.