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Güterumschlag in sächsischen Häfen gesunken

Treibeis auf der Elbe: Die Lastkähne müssen in den Häfen bleiben. Die Stimmung bei den Hafenbetreibern ist dennoch nicht auf dem Tiefpunkt. Denn sie haben mehrere Standbeine und wollen die weiter stärken.

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Dresden. Auch wenn wegen Treibeises die Schifffahrt ruhen muss - in Sachsens Elbehäfen geht die Arbeit weiter. Container, Maschinenteile, Stahl oder Getreide gelangen nun ausschließlich per Bahn oder Lastkraftwagen zu den Kunden. „Die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Logistikdienstleister mit mehreren Standbeinen entwickelt“, zeigte sich Geschäftsführer Detlef Bütow am Dienstag zufrieden.

Auf diesem Kurs soll es weitergehen, wie Kapitän Bütow sagte: So wird an einem neuen Container-Terminal im Hafen Riesa gebaut, der voraussichtlich allerdings erst Ende kommenden Jahres vollendet werde. Zudem laufen laut Bütow Planungen für eine Sanierung der Kaimauer im Hafen Torgau.

Die Rekordwerte von 2010 konnte die GmbH im vergangenen Jahr nicht toppen, bedauerte Bütow. Der Güterumschlag sank von rund 3 auf 2,7 Millionen Tonnen. Der Rückgang konnte auch durch ein Plus von 30 Prozent in den zum Hafenverbund gehörenden tschechischen Häfen Lovosice und Decin nicht wettgemacht werden. Dennoch gab es im Verbund eine leichte Umsatzsteigerung auf rund 16 Millionen Euro (2010: 15,2 Millionen).

Gründe für den Rückgang beim Umschlag waren Bütow zufolge unter anderem Produktionsumstellungen bei Großkunden wie dem Windenergieanlagenhersteller Vestas im südbrandenburgischen Lauchhammer. Aber auch widrige Wetterbedingungen hätten das Ergebnis negativ beeinflusst - etwa der lange Winter zu Beginn 2011. Zudem sei im gesamten November wegen Niedrigwassers kein Schiffsverkehr möglich gewesen. Außerdem hätten inzwischen zurückgenommene Äußerungen aus dem Bundesverkehrsministerium, die Elbe werde künftig nur noch als Nebenfluss betrachtet, die Kunden verunsichert. (dpa)