Merken

Gut gelaunt in den Sommer

In der sächsischen Wirtschaft hat sich die Stimmung im Mai sehr kräftig aufgehellt. Sogar die Industrie blickt wieder optimistisch in die Zukunft.

Teilen
Folgen

Von Marco Henkel

Wenn die Temperaturen steigen, brummt das Geschäft bei der Stema Metalleichtbau GmbH. Der Anhängerhersteller aus Großenhain liefert gerade bis zu 6 000 Anhänger pro Monat aus. „Wenn es kälter wird, sind es hingegen nur etwa 1 000“, erklärt Marcus Antrack, Prokurist der Firma, die etwa 125 Mitarbeiter beschäftigt. In diesem Jahr ist besonders viel zu tun. „Wir haben unsere Kapazitätsgrenze fast erreicht und liegen 30 Prozent über dem Plan“, so Antrack weiter. Dabei wurden bereits in den vergangenen Jahren mehr Mitarbeiter eingestellt. Besonders das Fachhandelsgeschäft – darunter versteht man zum Beispiel Motorrad- oder Baugeräteanhänger – werden gut nachgefragt. Neu ins Angebot kommt bald ein Anhänger mit zusammenklappbarem Boot.

Anzeige
Deshalb können Sie und Ihre Firma HOLDER vertrauen!
Deshalb können Sie und Ihre Firma HOLDER vertrauen!

Als zuverlässiger Partner für Industrie und Handwerk ist HOLDER bekannt. Jetzt wurde das Unternehmen mit dem Gütesiegel "1a Fachhändler" von markt intern ausgezeichnet.

So gute Stimmung wie bei Stema herrscht auch bei anderen Unternehmen im Freistaat, wie ein Blick auf das Sachsenbarometer, den monatlichen Wirtschaftsindikator, zeigt. „Die sächsischen Unternehmer sehen die aktuelle Wirtschaftslage optimistisch und gehen mit solider Liquidität gestärkt in das zweite Halbjahr“, fasst Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden, die Stimmung zusammen.

Unternehmer zahlen pünktlicher

Die Liquidität der sächsischen Unternehmen hat sich noch einmal verbessert. Der Zahlungsverzug im 1. Quartal 2016 belief sich lediglich auf 10,4 Tage. Sachsen liegt somit knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 10,5 Tagen. Die positive Gesamtentwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einzelne Branchen deutlich schlechter als vor einem Jahr abgeschnitten haben. Mit einer Verlängerung des Zahlungsverzugs von über zwei Tagen führt die Grundstoffindustrie die negative Rangliste an. Sie zahlt nun mit 16 Tagen Verzug statt mit 13. Aber auch das Baugewerbe weist einen mehr als zweitägigen Zugang bei den offenen Forderungen auf: Hier verschlechterte sich der Wert von 13 auf 15 Tage.

Verbesserungen gibt es im Verkehr- und Logistikbereich, in der Dienstleistungsbranche und im Einzelhandel.

Industrie vorsichtig optimistisch

Im Verarbeitenden Gewerbe stieg das Geschäftsklima im Mai sprunghaft an, nachdem es zuvor fünf Monate in Folge gesunken war. Die sächsischen Industrieunternehmen waren spürbar zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftssituation. Noch kräftiger korrigierten sie aber ihre Geschäftserwartungen nach oben. Insbesondere die Investitionsgüterproduzenten waren deutlich zuversichtlicher als in den Vormonaten. Insgesamt äußerten sich die Industrieunternehmen erstmals in diesem Jahr begrenzt optimistisch. Auch aus dem Auslandsgeschäft werden positive, wenn auch schwache Impulse erwartet.

Bau macht weiter gute Geschäfte

Im Bauhauptgewerbe ist der Klimaindikator nach seinem außergewöhnlich hohen Anstieg im Vormonat auf das Niveau des März zurückgegangen. Hintergrund war eine Korrektur der im April ebenfalls überraschend stark gestiegenen Beschäftigungserwartungen. Ihre Geschäftssituation beurteilten die Befragungsteilnehmer wie in den Vormonaten erneut etwas weniger gut, aber weiterhin deutlich besser als im langfristigen Durchschnitt.

Prima Stimmung im Handel

Im sächsischen Handel war die Stimmung so gut wie selten. Befeuert wurde die Entwicklung von den Lageeinschätzungen der sächsischen Großhändler, die ein neues Allzeithoch erreichten. Zudem formulierten die Einzelhändler zuversichtlichere Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

www.ifo.de / www.dresden.creditreform.de

Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.