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„Gut gemacht Jungs. Weiter so!“

Der russische Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedew hat die Ausschreitungen russischer Fans in Marseille verteidigt. Lebedew, Vorstand des Fußball-Verbandes, kann die Kritik an den Fans gar nicht verstehen.

© dpa

Moskau. Der russische Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedew hat die Fanausschreitungen von Marseille verteidigt. „Ich kann nichts Schlimmes an kämpfenden Fans finden. Im Gegenteil, gut gemacht Jungs. Weiter so!“, schrieb der Politiker der nationalistischen Liberaldemokraten am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Lebedew ist auch Vorstandsmitglied des russischen Fußball-Verbandes. Er verstehe die Politiker und Funktionäre nicht, die die Fans kritisieren würden. „Wir sollten sie verteidigen und dann können wir es klären, wenn sie nach Hause kommen“, äußerte Lebedew weiter.

Bei den Krawallen in Marseille rund um die EM-Partie Russland gegen England (1:1) waren nach Angaben des Staatsanwalts von Marseille, Brice Robin, etwa 150 russische Hooligans beteiligt. Keiner konnte festgenommen werden. 35 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer, ein weiterer Mensch schwebte am Montag noch in Lebensgefahr.

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Was in Marseille und anderen französischen Städten passiert sei, „ist nicht die Schuld der Fans, sondern die Unfähigkeit der Polizei, solche Events angemessen zu organisieren“, betonte Lebedew weiter. Die Hooligans hätten „die Ehre ihres Landes verteidigt und es den englischen Fans nicht gestattet, unser Land zu entweihen“, sagte Lebedew. „Wir sollten vergeben und unsere Fans verstehen.“

Zwei Briten müssen ins Gefängnis

Nach den Ausschreitungen in Marseille wurden zwei britische Fans zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein Gericht in der Mittelmeerstadt verurteilte die beiden 41 und 20 Jahre alten Männer am Montag zu drei beziehungsweise zwei Monaten Haft, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete.

Zudem dürfen sich die beiden für zwei Jahre nicht in Frankreich aufhalten. Der ältere Angeklagte hatte zugegeben, eine Bierflasche auf Polizisten geworfen zu haben. Der zweite Mann soll laut Anklage ebenfalls eine Glasflasche geworfen haben, er selbst räumte den Wurf eines Plastikbechers ein. (dpa)