merken

Gut gerüstet für Waldbrände

In den vergangenen fünf Jahren hat die Weinböhlaer Wehr neue Technik für fast 900 000 Euro bekommen.

© Anne Hübschmann

Von Peggy Zill

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Spannende Wettkämpfe im Stadion

Am 26. Mai weht ein Hauch von WM-Flair über den Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion. Der Tag gehört den C-Jugend-Kickern und ihren Familien.

Weinböhla. Rund 22 000 Kilometer hat das alte Tanklöschfahrzeug auf dem Tacho. Es wird demnächst ausgemustert. Nach einem Vierteljahrhundert bei der Feuerwehr Weinböhla. Es war das erste moderne Tanklöschfahrzeug seiner Art, das durch den Freistaat gefördert worden ist. Im Frühjahr bekommen die Weinböhlaer ein neues, einen TLF 3 000 ST.

„Die Kilometerzahl ist nicht allein das Maß“, wie Wehrleiter Eckhard Häßler erklärt und zeigt auf die Ölwanne unter dem Tanklöschfahrzeug. „Die Betriebsmittel laufen aus. Es ist technisch verschlissen.“ Laut Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) wird noch nach einer sinnvollen Verwendung für das alte Fahrzeug gesucht. Wenn das neue im Frühjahr kommt, ist das alte 26 Jahre alt. „Wenn es bis dahin fährt, kann man stolz sein“, so Häßler. Laut sächsischen Bestimmungen können die Einsatzfahrzeuge nach 25 Jahren durch neue ersetzt werden.

Das ist laut Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) so wichtig, weil die Gemeindefläche zu mehr als einem Drittel aus Wald besteht. Das alte wie das neue Tanklöschfahrzeug sind prädestiniert dafür, im Gelände zu fahren und um an Waldbrände ranzukommen, erklärt Häßler. „Deshalb wird es stärker beansprucht“, so Häßler. Zu Waldbränden kommt es in Weinböhla regelmäßig. Besonders im Sommer 2015, als es sehr trocken war, mussten die Kameraden häufig aus diesem Grund ausrücken.

„Das neue Fahrzeug ist eine wesentliche Verbesserung“, sagt der Wehrleiter. Denn erstens passt mehr Wasser in den Tank. 3 000 statt bisher 2 400 Liter. Und es können mit sechs Kameraden doppelt so viele mitfahren wie im alten Tanklöschfahrzeug. Die Neuanschaffung kostet rund 305 000 Euro. Davon sind 181 000 Fördermittel des Kreises. Den Rest übernimmt die Gemeinde. „Die freiwillige Arbeit der Wehren muss unterstützt werden, auch durch den Gemeinderat“, betonte Landrat Arndt Steinbach (CDU), der am Freitag die Fördermittel nach Weinböhla brachte. Der Kreis habe nach einer Prioritätenliste entschieden, wie die Fördergelder verteilt werden.

120 Einsätze im Jahr

Etwa 30 Einsätze hatte die Feuerwehr in diesem Jahr bisher. Im vergangenen Jahr musste die Weinböhlaer Wehr 120-mal ausrücken. Darunter 50 Brände und 60 technische Hilfeleistungen. Etwa zehnmal im Jahr rückt die Wehr umsonst aus. „Fehlalarme sind bei uns zum Glück selten, weil wir wenige Einrichtungen haben, wo die Brandmeldeanlage automatisch die Feuerwehr alarmiert“, so Häßler.

Das neue Fahrzeug hinzugerechnet, sind in die Technik für die Feuerwehr in den vergangenen Jahren rund 900 000 Euro geflossen. Für Einsätze steht ein weiteres Tanklöschfahrzeug zur Verfügung. Wenn es in die Höhe geht, steht ein Hubsteiger zur Verfügung. Den gab es zum 110. Jubiläum der Wehr im Jahr 2012. Mit dem Hubsteiger können die Kameraden Rettungseinsätze in Höhen von über 30 Metern bewältigen. Vorher mussten bei einem Haus- oder Dachbrand immer die Wehren aus Coswig, Meißen oder Radebeul zu Hilfe gerufen werden. 525 000 Euro kostete das Fahrzeug. Ein Jahr später kam ein neuer Kommandowagen hinzu. Das Fahrzeug der Marke Mercedes Benz ist mit moderner Funktechnik ausgerüstet und wird für die Koordination der Einsätze eingesetzt. Kosten: rund 53 000 Euro.

Mehr Nachwuchs als Plätze

54 aktive Kameraden zählen zur Weinböhlaer Wehr. Nötig wären eigentlich nur 44. Wehrleiter Häßler kann deshalb zufrieden sein. Im Gegensatz zu anderen Feuerwehrchefs plagen ihn auch keine Nachwuchssorgen. Bei der Jugend- und Bambinifeuerwehr wollen meist mehr mitmachen, als aufgenommen werden können. Nur die Einsatzbereitschaft tagsüber ist manchmal schwierig. „Aber ich habe es noch nicht erlebt, dass wir nicht ausrücken konnten“, erklärt der Wehrleiter. Zur Not werden noch andere Wehren mit alarmiert, um auf die nötige Personalstärke zu kommen. Das war zuletzt Anfang Juni der Fall, als es in einem Altenpflegeheim in Coswig Alarm gab. Da waren fünf Fahrzeuge aus Coswig, Weinböhla und Radebeul vor Ort, weil alle unterbesetzt waren.