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Gutachten zu Taxi-Unternehmen

Die Stadt sei überversorgt, heißt es in einer Untersuchung. Bei der Taxigenossenschaft sieht man das kritisch.

© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

Riesa. Die Stadt Riesa sollte die Zahl ihrer Taxi-Konzessionen verringern. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, das die Hamburger Firma Linne und Krause im Auftrag des Landkreises Meißen angefertigt hatte. Für Riesa spielten demnach die sinkende Bevölkerungszahl und eine kritische Taxidichte eine Rolle. Hinzu komme noch eine „extreme Taxi-Mietwagendichte“ und „zahlreiche irreguläre Betriebe“. Generell arbeite jeder zweite Betrieb im Altkreis Riesa-Großenhain irregulär, also semiprofessionell, „sodass insgesamt von einem ruinösen Wettbewerb auszugehen ist“, heißt es weiter in dem Gutachten. Die deutliche Empfehlung des Hamburger Unternehmens: In der Stadt Riesa sollten zwei bis drei Taxi-Konzessionen abgebaut werden. Damit bildet Riesa im Landkreis Meißen die Ausnahme. Für alle anderen untersuchten Städte und Regionen empfiehlt Linne und Krause, zusätzliche Konzessionen zu vergeben oder deren Zahl zumindest beizubehalten. Trotzdem ist eine Überversorgung an Taxibetrieben insbesondere in den neuen Bundesländern weit verbreitet, sagt der Geschäftsführer von Linne und Krause, Thomas Krause. „Dort, wo nach 1990 viele Arbeitsplätze weggebrochen sind, sind viele Leute in diesen Markt reingedrückt worden.“

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Dem Vorschlag, deshalb weniger Taxi-Konzessionen zu vergeben, steht der Vorsitzende der Riesaer Taxigenossenschaft Frank Dill skeptisch gegenüber. Er fürchtet, dass darunter die Versorgung leiden könnte. „Zwei, drei Unternehmen weniger, das ginge zulasten der Kundschaft“, so Dill. Er weist außerdem darauf hin, dass die Taxi-Mietwagenunternehmen keiner Kontrolle durch das Landratsamt unterliegen würden. „Sie fahren nicht vom Taxistand los, sondern vom Sitz des Unternehmens“, erklärt Dill den Unterschied. Seine Befürchtung sei es, dass der reguläre Taxibetrieb reguliert wird, während die Mietwagenunternehmer weiter frei schalten könnten.

Eine Sorge, die Thomas Krause zu beruhigen versucht. „Wir haben auch die Empfehlung abgegeben, sich die Mietwagenunternehmen genauer anzuschauen, denn die bedienen ja den gleichen Markt.“ Derzeit passiere das zum Beispiel in Dresden, wo auch im Mietwagengewerbe nicht mehr blind zugelassen werde. Außerdem unterziehe man dort auch bestehende Betriebe mittlerweile strengeren Kontrollen, um zum Beispiel Schwarzarbeit zu verhindern. Ein ähnlich offensives Vorgehen kann sich Krause auch für Riesa und Umgebung vorstellen.