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Gutachter: Missbrauch war Einzelfall

Zu viel Technik und zu wenig Pädagogik. Das ist das vorläufige Fazit einer Expertenkommission, die vermeintliche und tatsächliche Fälle von Kindesmissbrauch bei der Dresdner Parkeisenbahn untersucht hat.

© dpa

Dresden. Zu viel Technik und zu wenig Pädagogik. Das ist das vorläufige Fazit einer Expertenkommission, die vermeintliche und tatsächliche Fälle von Kindesmissbrauch bei der Dresdner Parkeisenbahn untersucht hat.

Knapp ein Jahr nach Bekanntwerden gravierender Übergriffe auf einen Jungen sagte der von der Sächsischen Schlösser-, Burgen- und Gartenverwaltung gGmbH (SBG) beauftragte Gutachter Thomas Giesen am Mittwoch in Dresden, der Missbrauch des Jungen sei ein „gravierender Einzelfall“. Für massive weitere Übergriffe gebe es derzeit keine Hinweise. Der ehemalige sächsische Datenschutzbeauftragte räumte ein, es habe zwar weitere „Grenzverletzungen“ gegeben, diese seien jedoch nicht als „strafrechtlich relevant“ zu werten. Zu diesen Vorfällen zählten etwa nächtliche Ausfahrten oder Einzelausflüge mit Kindern. Zwischen einer 15-Jährigen und einem Parkeisenbahn-Mitarbeiter sei es 2012 zu „einvernehmlichen Verkehr“ gekommen. Im vorigen Jahr habe ein anderer Mitarbeiter Nacktfotos von Jugendlichen verschickt. In allen Fällen habe sich die Parkeisenbahn von den Mitarbeitern getrennt. Ein „institutionelles Versagen“ der SBG als Eigentümerin des Bahnbetriebs habe bislang nicht nachgewiesen werden können. Wohl aber sei die Unternehmenskultur nicht ausreichend transparent und kritikfähig.

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Der externe Gutachter Thomas Giesen sieht bei der Parkeisenbahn keinen systematischen Missbrauch von Kindern.

SBG-Chef Christian Striefler kündigte an, man werde für die Parkeisenbahn die Stelle einer pädagogischen Fachkraft ausschreiben. Bis 2018 werde ein umfassendes Kinderschutzkonzept vorliegen. Noch nie habe er in seinem Beruf eine so „unglaubliche Erschütterung“ erlebt wie nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals bei der Parkeisenbahn. Der mutmaßliche Täter nahm sich im Mai 2016 das Leben. Sein Opfer ist inzwischen 17. Er ruft seit Mittwochmorgen mit einer eigenen Internetseite und auf Facebook potenziell weitere Missbrauchs-Opfer dazu auf, sich zu melden. (SZ/uwo)

››› Brief des Missbrauchsopfers auf der Webseite der Elterninitiative Parkeisenbahn