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Gutachter prüft steigende Brücken-Kosten

Während der Bau der Waldschlößchenbrücke weiter vorangeht, wachsen auch die Kosten.

Von Peter Hilbert

Der Bau der Waldschlößchenbrücke läuft auf Hochtouren. 70 Arbeiter sind derzeit auf der Großbaustelle aktiv, erläutert Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Wie viel der Bau unterm Strich zusätzlich kosten wird, ist aber noch unklar.

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Gutachter prüft die Preise

„In den nächsten Tagen bekommen wir weitere Gutachten zu den Mehrkosten“, sagt Marx. „Wir haben die Nachträge auf Plausibilität geprüft. Der Gutachter schätzt ein, ob der Preis gerechtfertigt ist.“ Die Firmen wollen schlicht und einfach mehr Geld für zusätzlichen Aufwand. Schließlich treiben die Verzögerungen die Kosten in die Höhe. 156 Millionen Euro sollten für die Brücke samt Tunneln und Zufahrten investiert werden. Bisher ging das Rathaus noch von 15 Millionen zusätzlich aus. Doch die Extra-Ausgaben könnten noch bis auf 25 Millionen Euro steigen.

Tunnelröhre 200 Meter lang

Die Doppelröhre des Haupttunnels auf der Waldschlößchenstraße wächst indes zusehends. „Der Rohbau soll spätestens im November fertig sein“, sagt Bauoberleiter Thomas Imhof. Unter Zelten hatten die Tunnelbauer sogar im Winter bei bis zu minus zehn Grad durchgezogen und unter extremen Bedingungen erwärmten Beton eingebaut, damit die Röhre weiterwächst. Auch das kostet mehr Geld. Insgesamt soll die Doppelröhre knapp 400 Meter lang werden. Derzeit ist sie 200 Meter. Als die SZ am Freitag vor Ort war, wurde gerade ein weiterer Zehn-Meter-Abschnitt der Bodenplatte betoniert. Mit 160 Kubikmetern wird die Stahlbewehrung gefüllt. Sogar 300 Kubikmeter sind für ein Zehn-Meter-Segment der Doppelröhre nötig.

Oberhalb der Radeberger Straße können die Tunnelbauer auf der Stauffenbergallee erst ab Mitte Mai so richtig loslegen. Dort liegt noch eine Fernwärmeleitung, die erst nach dem Ende der Heizperiode beseitigt werden kann. Ist das geschehen, steht den Tunnelbauern für das letzte Stück bis zur Ein- und Ausfahrt nichts mehr im Wege.

Elberadweg wird verlegt

Unterhalb des künftigen Tunnelportals nimmt die Waldschlößchenbrücke auf der Neustädter Elbwiese sichtbare Konturen an. Die Stahlkonstruktion der sogenannten Vorlandbrücke ist knapp 100Meter lang. In der Nacht zum Freitag sind zwei weitere Tieflader mit jeweils 27 Meter langen und 75 Tonnen schweren Hauptträgern angerollt. Diese werden jetzt zur Montage vorbereitet.

Bereits verschweißt werden die nächsten beiden V-Stützen, die als eine Art Pfeiler die Konstruktion tragen. Deren Montage hat aber Konsequenzen, kündigt Bauoberleiter Imhof an. Aus Sicherheitsgründen wird bis Anfang Mai ein Stück des Elberadweges in Richtung Bautzner Straße verlegt. Schließlich ist eine V-Stütze 93 Tonnen schwer. Um sie aufzurichten, sind zwei Autokräne nötig. Das wäre für Radler gefährlich. Deshalb werde der Weg auch rechtzeitig umverlegt.