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Gute Chancen bei Breitband für Görlitzer Net Community

Der Landkreis Görlitz will die Chancen für hiesige Firmen beim Internet-Ausbau erhöhen und schreibt nur kleine Lose aus.

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© Julian Stratenschulte/dpa

Von Matthias Klaus

Görlitz. Die Görlitzer Firma Net Community könnte wohl doch ein Stück vom großen Kuchen Breitband-Ausbau im Landkreis abbekommen. Nach einem Beschluss des Kreistages, Förderprogramme von Bund und Land in Anspruch zu nehmen, hatte Geschäftsführer Peter Himmstedt arge Bedenken. Der Grund: Die Fördersumme, je nach Art und Weise des Ausbaus zwischen 83 und 138 Millionen Euro, wird zunächst in Teillose von 15 Millionen Euro aufgeteilt.

Eine Summe, wie sie etwa von einer Firma wie Net Community nicht zu stemmen ist. Die Lose der Ausschreibung seien einfach zu groß. In einem SZ-Artikel machte Geschäftsführer Peter Himmstedt seinem Ärger Luft. Nun gibt es Entwarnung. Denn, so teilt Gerlind Walter, Sprecherin des Landratsamtes, mit: Die Größe dieser „Cluster“ im Antragsverfahren sei nicht gleichzusetzen mit der Losgröße in der folgenden Ausschreibung. „Die Losgrößen können dann auch in Gemeindegrößen ausfallen“, so Gerlind Walter. Sprich, sie wären für hiesige Firmen wie Net Community wohl praktikabel. Peter Himmstedt hatte nach dem SZ-Artikel jedenfalls schnell Gesprächsangebote bekommen, mit dem Görlitzer CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer, mit der Industrie- und Handelskammer und dem Landkreis. „Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Ich war sehr positiv überrascht“, so der Chef der Görlitzer IT-Firma. Die Aussagen, die getroffen wurden, lassen ihn zumindest hoffen, dass regionale Firmen beim Breitband-Ausbau zum Zuge kommen könnten.

Die rund zwölf Prozent der Haushalte zwischen Bad Muskau und Lückendorf, die noch nicht an das schnelle Internet angeschlossen sind, sollen künftig mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde an Daten versorgt werden. Der Kreis hatte im vergangenen Jahr beschlossen, entsprechende Förderanträge zu stellen. Rund 16 000 Haushalten käme das schnelle Netz zugute, 35 Gemeinden im Kreis werden profitieren. „Es geht nicht darum, Gebiete, die sinnvoll zusammenzufassen sind, zu zerstückeln.

Sondern es geht darum zu erreichen, dass Planer für dieses und andere Projekte zusammen mit der Wirtschaftsförderung besprechen, wie man diese Ausschreibungen angehen kann, ohne regionale Unternehmen zu benachteiligen“, so der Net-Community-Chef Peter Himmstedt. Er hoffe sehr, das nun den vielen Worten auch Taten und Ergebnisse folgen werden.