merken

Gute Lehrlinge stehen nicht Schlange

Der Verkehrsbetrieb von Wieland Richter ist vom Arbeitsamt für seine Ausbildung belobigt worden. Eine, die oft eine echte Herausforderung ist.

© Kristin Richter

Von Catharina Karlshaus

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Das haben die Filmnächte zu bieten

Deutschlands größtes Freilicht-Kino ist zurück! In der 29. Saison finden vor der schönen Kulisse Dresdens zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt statt. 

Großenhain. Dieses Mal haben sie offenbar den richtigen Fang gemacht. Die zwei jungen Männer hätten schon mehrfach bewiesen, dass sie es mit dem Beruf eines Kraftfahrers tatsächlich ernst meinen. Pünktlich, fachlich interessiert und wirklich engagiert absolvierten die 17 beziehungsweise 18 Jahre alten Lehrlinge ihre Ausbildung. Einer davon sogar mit einem erfolgreich bestandenen Abitur in der Tasche. Mehr als man erwarten könne.

Zumindest nach all den Erfahrungen, die Wieland Richter wohl in den letzten Jahren machen musste. Wie der Geschäftsführer der Großenhainer Verkehrsbetrieb GmbH erklärt, sei es alles andere als einfach, gute Lehrlinge zu finden. „Im vergangenen Jahr hatte ich Bewerbungen von fünf potenziellen Auszubildenden. Ich habe auch alle fünf eingeladen. Und was soll ich sagen? Zum Vorstellungsgespräch ist am Ende kein einziger erschienen, ohne eine Absage“, gibt Wieland Richter zu bedenken.

Dass der Beruf eines Kraftfahrers nun längst nicht mehr der heimliche Traum eines jeden Jugendlichen ist, sei klar. Statt der großen Freiheit auf den Weiten der Autobahn, erwarteten die Betreffenden knallharte Zeitvorgaben, Kollisionen mit dem Privatleben und das alles noch für einen Lohn, der nicht unbedingt reich mache. „Da brauchen wir gar nicht drumherum reden! Bei deutschen Arbeitnehmern ist der Beruf längst nicht mehr attraktiv. Aufgrund der zeitlichen Einschnitte ins persönliche Miteinander der Familien kann man das höchstens noch über eine entsprechend gute Bezahlung regeln“, weiß Wieland Richter.

In seiner Eigenschaft als Präsident des Sächsischen Verkehrsgewerbes sei ihm freilich bekannt, dass sein Unternehmen nicht als einziges mit derlei Problemen zu kämpfen habe. Ganz im Gegenteil. Entmutigen lassen will sich der 57-Jährige indes davon nicht. In seinem 1990 gegründeten Betrieb beschäftigt er gegenwärtig knapp 30 Arbeitnehmer. Zwei Drittel davon wären polnische Kraftfahrer, Tendenz steigend. Über das Online-Portal des Arbeitsamtes habe er seinerzeit nach Mitarbeitern gesucht. Mit Erfolg. Ein zuverlässiger, motivierter Fahrer aus Polen habe einige Leute nachgeholt. Seitdem liefe es mit den Fahrern nicht nur sehr gut. Auch Weiterbildungen, die Wieland Richter anbiete, würden gern in Anspruch genommen.

Qualifizierungen, die langfristig dem Betrieb zugute kämen. Nicht umsonst sei das Unternehmen kontinuierlich deutschlandweit unterwegs und transportiere Industriegüter aller Art. 23 Lastkraftwagen wären momentan im Einsatz.

„Der Großenhainer Betrieb braucht dafür Fachkräfte und setzt dabei auf die betriebliche Ausbildung. Alle Beteiligten sind mit hohem Engagement dabei, um jungen Menschen das Rüstzeug für den Beruf zu vermitteln“, lobte am Donnerstag Petra Schlüter. Die Leiterin der Agentur für Arbeit Riesa überreichte Wieland Richter im Beisein von Oberbürgermeister Sven Mißbach deshalb das Zertifikat für Nachwuchsförderung der Bundesagentur.

Jährlich wird dieses im Rahmen der deutschlandweiten Woche der Ausbildung an ausgewählte Unternehmen verliehen. Die Großenhainer betrieben dabei eine vorausschauende Personalpolitik und leisteten laut Petra Schlüter eine ausgezeichnete Arbeit. „Den jungen Leuten eine bestmögliche Ausbildung zukommen zu lassen, ist für uns unerlässlich! Wir sind permanent auf der Suche nach Fachkräften im Transportbereich. Bewerbungen nehmen wir daher gern entgegen“, animiert Richter.