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Guter Mond, du stehst so dunkel

In der Sternwarte lässt sich am Freitag ein Ereignis bestaunen. Wer es verpasst, muss auf eine Wiederholung lange warten.

© Archiv/Marko Förster

Von Daniel Förster

Pirna. Hobbyastronomen fiebern einem großen astronomischen Ereignis entgegen – der totalen Mondfinsternis am 27. Juli. In Graupas wiederbelebter Sternwarte treffen sich am Abend ab 19 Uhr Beobachter, um das Spektakel zu verfolgen. Interessierte Besucher sind eingeladen, im Gebäude hinter der Grundschule an der Badstraße dabei zu sein. Zu erreichen ist die Sternwarte über den Schönfelder Weg.

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Der Graupaer Ralf Müller, der die Sternwarte betreut, hofft auf gute Sicht. Wenn der Himmel nicht wolkenverhangen ist, dürfte es kein Problem sein, mit Gästen in die Sterne schauen und den Erdtrabanten zu sehen, sagt er. Während dem Beobachtungsabend wird für das leibliche Wohl gesorgt. Die Finsternis dauert exakt 103 Minuten. Damit ist sie die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Dabei taucht der Mond komplett in den Kernschatten der Erde ein und erscheint als rötliche Scheibe am Nachthimmel. Zwischen 21.30 und 23.13 Uhr wird der „Blutmond“ knapp über dem Horizont zu sehen sein. Für einen guten Blick sollten Zuschauer, die nicht in die Sternwarte kommen, am besten einen höher gelegenen Ort aufsuchen. Die maximale Verfinsterung wird 22.22 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreicht sein. Die nächste totale Mondfinsternis wird es erst am 9. Juni 2123 geben. Die dauert dann noch zwei Minuten länger.

Außerdem kommt am 27. Juli der Mars der Erde extrem nah. Die Erde überholt den Mars, der dabei seine größte überhaupt mögliche Helligkeit erreicht, sogar den Jupiter an Glanz übertrifft und zu einem auffällig hellen Gestirn wird. Die gesamte Nacht über ist der Rote Planet südlich des Vollmondes sichtbar. Der Mars steht in dieser Nacht der Sonne genau gegenüber. Da sich das Geschehen horizontnah in der Dämmerung abspielt, dürften Fotografen voll auf ihre Kosten kommen. Der Verein „Pro Graupa“ – ganz speziell Ralf Müller – hat das kleine astronomische Observatorium im Ort im Sommer 2015 wieder zum Leben erweckt. Seitdem stellt er gemeinsam mit Harald Funke regelmäßig astronomische Veranstaltungen und Vorträge zu interessanten Konstellationen am Himmel auf die Beine. „Es wäre schade, wenn wir das Kleinod dem Verfall preisgeben würden“, sagt Ralf Müller. „Wir haben die Technik wieder zum Laufen gebracht und sind guter Dinge.“

Die Sternwarte in Graupa ist ein Ergebnis der Volkswirtschaftlichen Masseninitiative (VMI) in der DDR. 1979 wurde sie von den Einwohnern als Schulsternwarte gebaut. So wurde sie auch bis 2002 betrieben. Danach hatten Sternegucker vom Heimatverein sich darum gekümmert. Für den neuen Interessenkreis im Verein „Pro Graupa“ sucht Hobby-Astronom Ralf Müller noch weitere Mitstreiter. Denn Gäste sollen nicht nur bei Ereignissen im Universum dort am Fernrohr stehen können, sondern auch regelmäßig Führungen erleben können. Wer mitmachen will, erreicht Ralf Müller per E-Mail oder Telefon.

Der nächste Beobachtungsabend findet übrigens am 25. August 2018 statt und beschäftigt sich mit dem Mars. Mehr Informationen gibt es im Internet oder unter der Telefonnummer 03501 548262.