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Gutes Jahr auf sächsischem Arbeitsmarkt - Jahresquote auf Rekordtief

Zwar steigt in der kalten Jahreszeit die Zahl der Erwerbslosen, das trübt aber nicht die insgesamt gute Entwicklung in Sachsen. Noch nie gab es so wenig Menschen ohne Job. Wie geht es 2017 weiter?

Chemnitz. Sachsen hat 2016 ein außergewöhnlich gutes Jahr auf dem Arbeitsmarkt verbucht. Im Jahresdurchschnitt sank die Zahl der Menschen ohne Job auf das niedrigeste Niveau seit 1991, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag erklärte. Rund 157 900 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, knapp 16 500 weniger als noch 2015. Dies ergibt eine Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent für das gesamte Jahr - ebenfalls die geringste Quote seit 15 Jahren. „Von der Entwicklung können alle Regionen in Sachsen profitieren“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen.

Daran ändern auch die jüngsten Zahlen vom Dezember nichts: Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist angesichts der kalten Jahreszeit im vergangenen Monat leicht gestiegen. Zum Abschluss des Jahres waren 147 000 Männer und Frauen im Freistaat ohne Job. Damit stieg die Zahl der Arbeitslosen zwar gegenüber dem Vormonat um 3 700, lag aber immer noch deutlich unter den 163 400 aus dem Dezember 2015.

Hansen führte als Gründe für die insgesamt gute Entwicklung vor allem die anhaltend gute Konjunktur, aber auch demografische Effekte an. Viele Erwerbstätige gingen in Rente, weniger junge Menschen kämen nach. Das mache sich zunehmend bemerkbar - auch in der Zahl der freien Stellen: Fast 115 000 freie Arbeitsplätze meldeten die Unternehmen für das Vorjahr - ebenfalls ein Rekord.

Die Region mit der geringsten Arbeitslosenquote war demnach das Erzgebirge (6,3 Prozent), gefolgt vom Vogtland und der Sächsischen Schweiz. Die höchste Arbeitslosenquote wies die Region Görlitz mit 10,1 Prozent auf, gefolgt der Stadt Leipzig (8,8 Prozent).

Hansen hob zudem auch den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit hervor: 2016 lag deren Zahl bei knapp 62 400, 8,2 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Flüchtlinge profitierten hingegen kaum von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt, erklärte der Chef der Regionaldirektion. Im Dezember 2016 waren 6 100 Geflüchtete in Sachsen ohne Arbeit. Rund 64 Prozent können wegen fehlender Abschlüsse und Qualifikationen derzeit nur als Helfer vermittelt werden. Im Vorjahr haben 1 250 Flüchtlinge einen Job in Sachsen gefunden, vor allem auf dem Bau und im Landschaftsbau oder als Schweißer.

Die Regionaldirektion geht davon aus, dass die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt insgesamt auch in diesem Jahr weitergeht. Prognosen zufolge steigt die Zahl der Beschäftigten im Freistaat um 1,7 Prozent (27 100 Beschäftigte). (dpa)