merken

Gysis Pressesprecher tritt gegen Kanzleramtsminister de Maizière an

Die Linkspartei hat ihren Berliner Fraktionssprecher Hendrik Thalheim für den Bundestag nominiert.

Herr Thalheim, als langjähriger Pressesprecher von linker Partei und Fraktion standen Sie immer hinter den Politikern. Jetzt wollen Sie als Abgeordneter in den Bundestag. Warum?

In den Jahren als Pressesprecher habe ich viele politische Erfahrungen sammeln können, und die möchte ich nun direkt im Parlament für die Linke nutzbar machen.

Anzeige
Ein Gruß zu Weihnachten
Ein Gruß zu Weihnachten

Überraschen Sie Ihre Lieben zum Fest mit einer individuellen Grußanzeige in Ihrer Sächsischen Zeitung, der Morgenpost und dem Döbelner Anzeiger.

Einer der Konkurrenten im Wahlkreis Meißen ist Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU). Gegen ihn haben Sie doch gar keine Chance?

Das wollen wir doch erst mal sehen. Thomas de Maizière steht für die gescheiterte Politik der Kanzlerin Merkel. Ein Beispiel: Ausgerechnet eine Bundesregierung mit einer ostdeutschen Kanzlerin und einem Kanzleramtsminister, der zuvor in Sachsen tätig war, lässt den Osten im Regen stehen. Das muss sich dringend ändern. Ich kämpfe sehr ernsthaft um das Mandat.

Sie sind in Dresden geboren und aufgewachsen, aber Wahlberliner. Was haben die Sachsen denn davon, wenn die Sie in den Bundestag wählen?

Ein Sachse bleibt ein Sachse, egal wo er ist. Meine Verbindungen in die Heimat sind sehr eng, meine ganze Familie wohnt in Dresden. Und ein Sachse kann im Bundestag eine Menge für Land und Kreis erreichen. Es würde dem Kreis Meißen gehörige Aufmerksamkeit verschaffen, wenn ein Linker ihn im Bundestag vertritt.

Alle bisherigen sächsischen Linkspartei-Abgeordneten wollen erneut kandidieren. Wen wollen Sie denn da rauskegeln?

Es geht nicht ums Rauskegeln. Wir wollen gemeinsam mehr Stimmen für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit gewinnen und damit auch mehr Mandate.

Was soll Ihr Thema im Bundestag werden? Wollen Sie in die große Politik, um zu regieren oder reicht es schon, schöne Forderungen zu stellen?

Als Pressesprecher ist man in jedem Thema ein bisschen zu Haus. Ich interessiere mich insbesondere für die Energiepolitik. Dort geht es wirklich um die Zukunft des Landes, letztlich sogar der Menschheit, wenn man an den Klimawandel denkt. Natürlich geht man in die Politik, um zu verändern und zu gestalten. Das kann man in einer Regierung, wenn die Inhalte stimmen, aber auch aus der Opposition heraus. Die Linke hat die deutsche Politik aus der Opposition heraus ganz schön in Bewegung gebracht.

Das Gespräch führte Peter Heimann