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Haasenburg-Heime bleiben vorerst offen

Das Jugendamt hatte nach Misshandlungsvorwürfen in rund 70 Fällen eine sofortige Schließung angeordnet.

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© dpa

Cottbus. Die umstrittenen Jugendheime in Brandenburg der Haasenburg GmbH dürfen noch nicht geschlossen werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Cottbus in einer Zwischenentscheidung im Eilverfahren. Das Gericht begründete seinen Schritt damit, dass es bislang nicht ausreichend Zeit hatte, den Fall zu prüfen. So sei eine Stellungnahme des Landesjugendamtes erst am Donnerstagabend eingetroffen. Dazu gehörten auch 24 Bände mit Verwaltungsvorgängen, die die Einrichtungen betreffen. Der Heimbetreiber, die Haasenburg GmbH, müsse Gelegenheit haben, dazu Stellung zu beziehen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Misshandlungsvorwürfen gegen Erzieher und Betreiber. Das Jugendministerium hatte die Schließung der Heime angeordnet und dem Heimbetreiber dafür eine Frist bis Freitag gesetzt. Nach Angaben der Haasenburg wurde der Betrieb ihrer drei Heime in Jessern (Dahme-Spreewald), Müncheberg (Märkisch-Oderland) und Neuendorf am See (Dahme-Spreewald) bereits eingestellt. Die letzten Kinder sollten laut Geschäftsführer Jörg Klingohr am Donnerstagabend vom Jugendamt Lübben in Obhut genommen werden.

Die Haasenburg GmbH wehrt sich gegen den Entzug der Betriebsgenehmigung. Eine Expertenkommission hatte gravierende Mängel in den Heimen festgestellt. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt wegen Misshandlungsvorwürfen in etwa 70  Fällen gegen Erzieher und Betreiber. In den teils geschlossenen Heimen hatten Jugendämter aus ganz Deutschland schwer erziehbare Kinder untergebracht. (dpa)