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Häftlinge verkaufen ihre Kunstwerke

Im Juni soll der neue Kunstbetrieb in der JVA Zeithain offizielleröffnet werden.

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Großformatige Bilder zeigen Landschaften, von denen die Häftlinge derzeit nur träumen können. Auch Tische und Stühle aus Holz stehen in den neuen Kunstwerkstätten der Justizvollzugsanstalt Zeithain (JVA) schon zum Verkauf bereit.

Acht neue Arbeitsplätze wurden hier bereits geschaffen, sagte JVA-Leiter Bernd Schiebel. 16sollen es bis zum Sommer werden.

Im Juni wird der neue Betrieb offiziell – voraussichtlich im Beisein von Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) – eröffnet.

Vier kleinere Werkstätten sind hier integriert: Filzen, Holzarbeiten, Malerei und Töpfern. Die Leitung obliegt den zwei Kunsttherapeuten, die in der JVA beschäftigt sind. Laut Anstaltsleiter Schiebel wird demnächst ein weiterer dazukommen.

Vertrieb über Gitterladen

Die Produktpalette soll in den kommenden Monaten noch ausgeweitet und dann regelmäßig verändert werden. Angedacht sind beispielsweise Kleidungsstücke aus Filz und Tongefäße.

Langfristig soll der Verkauf einmal über den sogenannten Gitterladen laufen. Über diesen Internetversandhandel werden Produkte veräußert, die in sächsischen Gefängnissen hergestellt werden. Zudem ist der Verkauf aus einer kleinen Blockhütte heraus geplant, die bereits vor den Gefängnistoren aufgestellt wurde.

Innerhalb der JVA übernehmen die Werkstätten ein Stück weit Beschäftigungstherapie – sie sollen Erfolgserlebnisse vermitteln. Durch die Häftlinge wird der Kunstbetrieb gut angenommen. „Der Bereich wird nicht so stark als Vollzug wahrgenommen“, so Schiebel. Allerdings wolle man damit die Häftlinge nicht verwöhnen, betonte er. Dort gelten die gleichen Regeln wie im Rest der JVA. A. Becker

www.gitterladen.de