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Hämmern für die 700-Jahr-Feier

Freiwillige Helfer wollen bis zum Lenzer Dorfjubiläum die Freifläche an der Stelle der abgerissenen Schule verschönern.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Manfred Müller

Gesund und Fit

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Lenz. Die Friedhofsmauer soll neu verputzt und davor eine hübsche Sitzecke geschaffen werden. Am Samstagvormittag waren sieben Lenzer Bürger auf dem Gelände vor der Kirche mit Bosch-Hammer, Schaufel und Schubkarre zugange, um zunächst den lockeren Putz von der Mauer zu hacken. Und das bei fünf Grad minus. „Wir haben damals für die Erhaltung der alten Schule gekämpft, aber leider verloren“ sagt Dieter Voigt. „Jetzt wollen wir wenigstens dafür sorgen, dass es hier schön aussieht.“ 2011 hatten die Lenzer eine Unterschriftensammlung gestartet, um die Gemeinde zu bewegen, das 1859 erbaute Schulhaus zu sanieren. Es präge das Ortsbild und sei aus dem Ensemble Kirche, Pfarrhaus und ehemaliger Gasthof nicht wegzudenken. Die Kommune aber winkte ab. Die Kosten hätten im Bereich zwischen einer halben und einer dreiviertel Million Euro gelegen – das konnte und wollte Priestewitz sich nicht leisten. Nach dem Abriss 2014 wuchs im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber, und die Wiese wird seitdem regelmäßig von einem ortsansässigen Handwerker gepflegt.

Einen Vorteil hatte die Abrissaktion immerhin. Man kann jetzt von der Ortsdurchfahrt her die über Jahre aufwendig sanierte Lenzer Kirche besser bewundern. Diese wertet mit ihrem hellen Anstrich und dem neu gedeckten Dach das Ortsbild gehörig auf.

Die Ansicht wurde bisher allerdings durch den maroden Putz an der Friedhofsmauer gestört. Das soll sich nun bis zur 700-Jahrfeier, die am letzten Maiwochenende stattfinden wird, ändern. „Da wollen wir unser Dorf noch ein bisschen herausputzen“, sagt Pfarrer Sebastian Zehme. Seine freiwilligen Helfer gehören fast alle zur Lenzer Kirchgemeinde und haben schon bei der Renovierung des Gotteshauses mit Hand angelegt. Sie sanierten in ihrer Freizeit beispielsweise die Aussegnungshalle, und auch das kleine Treppenhausdach wurde fachmännisch mit Schiefer eingedeckt.

Nun will die Truppe um Dieter Voigt und Werner Zschernig im Ortskern eine hübsche, gemütliche Sitzecke schaffen, wo sich die Einwohner treffen und einen kleinen Plausch abhalten können. Vielleicht nach dem Besuch der Kirche oder des Friedhofs, vielleicht aber auch mal ganz spontan. Dort soll eine Bank stehen, die von der Gemeinde bezahlt wird, und ein Gedenkstein wird an das 700-jährige Dorfjubiläum erinnern.

Auch Firmen aus der Region beteiligen sich an der Aktion. Zum Beispiel der Adelsdorfer Containerdienst Pfennig, der den Bauschutt kostenlos abtransportiert. Oder das Großenhainer Bauunternehmen Morgenroth, das den neuen Putz sponsert. „Den Rest machen wir allein“, sagt Dieter Voigt, „schließlich haben wir zwei Maurer in der Truppe.“ Die meisten der freiwilligen Helfer an der Lenzer Friedhofsmauer sind wie Voigt rüstige Rentner, die sich auf diese oder jene Art noch ins Dorfleben einbringen wollen.