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Haft für rechten Sprengstoffnarren

Zusammen mit seiner Schwester soll ein 29-Jähriger weit über 1 400 illegale Böller bestellt und gehortet haben. Der Mann hat seine Strafe nicht akzeptiert.

Von Alexander Schneider

Maik K., 29 Jahre alt, ein arbeitsloser Neonazi aus Dresden, der sich zuletzt in der Sicherheitsbranche durchgeschlagen hat, wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe für die „Freie Kameradschaft Dresden“ (FKD) Pyrotechnik organisiert. Als mutmaßliches Mitglied dieser Nazi-Schlägertruppe sitzt er seit April diesen Jahres in Untersuchungshaft und erwartet einen Prozess vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts Dresden. Er soll etwa im Januar 2016 bei Angriffen in Leipzig-Connewitz beteiligt gewesen sein. Schon im Dezember 2015 jedoch hatte die Polizei bei K. ein ganzes Arsenal illegaler Böller sichergestellt – mehr als 1 400 „La Bombas“, Kugelbomben sowie allerlei anderes Explosives Marke „Cobra“, „Crazy Robots“, „Dum Bum“ und dergleichen. Das Zeug hatte er sich mit seiner Schwester von einem polnischen Onlineversand liefern lassen und in der Wohnung der Schwester gebunkert. Im Mai wurde die Schwester wegen vorsätzlichen unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Geldstrafe verurteilt, die sie akzeptiert. Der einschlägig vorbestrafte Maik K. dagegen erhielt per Strafbefehl ein Jahr auf Bewährung und legte Einspruch ein.

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Am Montag ließ K. seinen Verteidiger Andrej Klein in dem Prozess am Amtsgericht Dresden also mitteilen, K. habe das pyrotechnische Arsenal nicht für die FKD besorgt, sondern für Silvester und weil er die Böller an Fußballfans habe verkaufen wollen. Richter Arnd Fiedler entgegnete überrascht, dass K. nur für den Besitz dieser gewaltigen Mengen angeklagt wurde, nicht für seine mögliche Absicht. Er verurteilte K. zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, in der auch eine frühere Strafe – K. hatte ein Hakenkreuz auf seinem Facebook-Profil veröffentlicht – einbezogen werden musste. Diese Strafe setzte Fiedler jedoch nicht zur Bewährung aus: Böller im Staddion, das sei eine Pest, die sich immer mehr ausbreite – da könne es keine Bewährung mehr geben.