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Leipzig

Haftbefehl gegen JVA-Beamten

Er soll sich an den Connewitz-Krawallen im Januar 2016 beteiligt haben. Zu seinem Prozess ist er nicht erschienen.

Rechte Chaoten griffen am 11. Januar 2016 in Leipzig zahlreiche Läden und Vereine an, demolierten Autos, schlugen Scheiben ein, es gab auch körperliche Auseinandersetzungen und Brände.
Rechte Chaoten griffen am 11. Januar 2016 in Leipzig zahlreiche Läden und Vereine an, demolierten Autos, schlugen Scheiben ein, es gab auch körperliche Auseinandersetzungen und Brände. © Jan Woitas/dpa (Archiv)

Leipzig. Ein wegen der Neonazi-Krawalle in Leipzig-Connewitz angeklagter JVA-Beamter ist am Donnerstag nicht zu seinem Prozess erschienen. Gegen den 34-Jährigen sei nun ein Haftbefehl erlassen worden und er werde gesucht, sagte der Sprecher des Amtsgerichts Leipzig, Stefan Blaschke. Das Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs gegen den Gefängniswärter wurde abgetrennt. Am Donnerstag wurde lediglich gegen seinen Mitangeklagten verhandelt.

Laut Blaschke hatte der Verteidiger des angeklagten Beamten am Morgen mitgeteilt, dass ihn eine Frau angerufen und mitgeteilt habe, dass der Mann krank sei. Ein ärztliches Attest habe nicht vorgelegen. Der 34-Jährige sollte daraufhin polizeilich vorgeführt werden, wie Blaschke sagte. Das sei misslungen, weil der Mann zwar krank sein soll, aber nicht zu Hause war. Daraufhin sei ein sogenannter Sitzungshaftbefehl gegen ihn erlassen worden.

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Der inzwischen suspendierte Beamte gehört mutmaßlich zu den 215 Randalierern, die im Januar 2016 in Leipzig nach überfallartigen Krawallen festgesetzt worden waren. Hooligans und Neonazis hatten ihn einer Straße zahlreiche Schaufensterscheiben von Geschäften eingeschlagen.

Der Beamte wurde erst Anfang 2019 vom Dienst suspendiert. Das Justizministerium hatte angegeben, erst Ende 2018 von dem Fall erfahren zu haben. Der Mann habe bei den Ermittlungsbehörden keine Angaben zum Beruf gemacht und auch entgegen seiner Pflicht seinen Vorgesetzten nicht informiert. (dpa)

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