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Hains-Rutsche, die dritte

Die Doppelröhrenrutsche im Hains wurde jetzt nach Unfällen entschärft. Der TÜV findet beim Test nur kleine Makel.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Andrea Schawe

Freital. Es ging ruckzuck. Nur fünf Tage hat es gedauert, eine der beiden Rutschen im Freitaler Freizeitzentrum Hains umzubauen. Am Freitagvormittag war erneut ein Experte vom TÜV da, um das Ergebnis zu prüfen – zum dritten Mal. Er begutachtete die Konstruktion von außen, dann ging er die Rutsche trocken ab – jeder Quadratmeter wurde auf Ausplatzungen untersucht und die Fugen kontrolliert. Nach ein paar Rutschdurchgängen der freiwilligen Tester steht fest: Nur kleine Restarbeiten sind noch nötig.

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„Wir können die Doppelröhre voraussichtlich am Sonnabendmittag wieder eröffnen“, sagt Daniel Wirth, der kaufmännische Leiter des Hains. Am Abend und in der Nacht müssen noch einige Fugen laminiert werden. „Das geht wegen der Geruchsbelästigung nur, wenn keine Gäste da sind“, so Wirth. Am Vormittag will der Experte des TÜV erneut einen Rundgang machen.

Die Rutsche, die aus mehreren Einzelelementen besteht, wurde seit Sonntag im unteren Drittel auseinandergebaut. Danach musste die Stahlkonstruktion, mit der die Röhre in der Höhe gehalten wird, an die neue Statik angepasst werden. Der Rutschenbauer – das Schweizer Unternehmen Klarer – hat in der Doppelröhrenrutsche eine Stelle, in der es in den vergangenen Wochen immer wieder Unfälle gab, entschärft. Durch ein starkes Gefälle im unteren Drittel wurden manche so schnell, dass sie die Rutschposition auf dem Rücken in den nachfolgenden Kurven nicht mehr halten konnten und auf dem Kopf landeten.

Rutschen sind nie frei von Risiko

Die Verantwortlichen im Hains sprechen von sieben bis acht Unfällen bei insgesamt 20 000 Rutschdurchläufen. Um das zu verhindern, wurde das Gefälle vor den beiden abschließenden Kurven nun begradigt. Dadurch reduziert sich die Geschwindigkeit und die Fliehkräfte werden geringer. In den vergangenen Tagen verschraubten und verschweißten die Arbeiter die einzelnen Bauelemente wieder. Außerdem wurde auch eine Sensorensteuerung eingebaut. Mit der schaltet die Startampel erst auf Grün, wenn der zuvor Rutschende unten angekommen ist. Bisher sprang die Ampel genau alle 25 Sekunden um.

Auf der Doppelröhre können immer zwei Besucher um die Wette rutschen. Die Rutsche ist weltweit einmalig, niemand hat so was schon mal gebaut – die Konstrukteure können somit nicht auf die Erfahrung anderer zurückgreifen. Sie müssen den Testern vertrauen, um die Rutsche sicher zu machen. Das Unternehmen übernimmt die Kosten für den Umbau.

„Wir können aber nicht komplett ausschließen, dass es nach dem Umbau Unfälle geben kann“, sagt der Leiter der Technischen Werke Freital (TWF), Jörg Schneider. Die TWF betreiben das Hains. Der Betreiber sei für den ordnungsgemäßen Betrieb und die Vermeidung von Unfällen verantwortlich, so Jan Schnellhardt, der Sprecher des TÜV Thüringen. „Generell gilt, dass die Benutzung von Sport- und Spielgeräten – wozu auch Wasserrutschen gehören – grundsätzlich nicht völlig frei von Risiken ist.“

Der insgesamt rund vier Millionen Euro teure Hains-Anbau war Mitte November eröffnet worden. Die 114 Meter lange Doppelröhre und die benachbarte 142 Meter lange Reifenrutsche sind das Highlight des Neubaus.

Das Hains informiert auf seiner Internetseite über den genauen Zeitpunkt der Freigabe.