merken

Sachsen

Hakenkreuz-Tattoo: Ermittlung eingestellt

Gegen einen sächsischen Rechtsreferendar, der sich die Zeichen tätowieren ließ, wird nicht mehr ermittelt. Ein Vorsatz sei ihm nicht nachzuweisen.

© Volker Hartmann / dpa (Symbolfoto)

Leipzig. Die Ermittlungen gegen einen angehenden sächsischen Juristen wegen des Zeigens von Hakenkreuz-Tattoos sind eingestellt worden. Der Vorsatz sei nicht "erweislich" gewesen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Wels (Oberösterreich) am Montag mit. Zuvor hatte das Leipziger Stadtmagazin "Kreuzer" berichtet. Allerdings beschäftigt sich die Justiz weiter mit dem Referendar.

"Insbesondere konnte die Verantwortung des Beschuldigten, wonach die Tätowierungen keinen nationalsozialistischen Hintergrund hätten, sondern vielmehr auf nordischer/griechischer Mythologie basieren, nicht widerlegt werden", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Anzeige
Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, Pflege

Die Evangelische Hochschule Dresden stellt ihre Studiengänge bei der KarriereStart in der Messe Dresden vor.

Im Juni vergangenen Jahres war ein Foto in sozialen Netzwerken aufgetaucht, auf dem der entblößte Oberkörper des Rechtsreferendars am Landgericht Chemnitz zu sehen war - darauf sollen Tätowierungen von Hakenkreuzen zu sehen sein. Auch der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden, zuständig für die Ausbildung der Rechtsreferendare, hatte daraufhin Anzeige erstattet. Weil das Foto in Österreich bei einer Kampfsportveranstaltung in Gmunden (Oberösterreich) entstanden sein soll, übernahm die Staatsanwaltschaft Wels im August die Ermittlungen.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Rechtsreferendar bleibt verurteilt

Der Kampfsportler war an den Nazi-Krawallen in Connewitz beteiligt, forderte trotzdem Freispruch. Die Richter sahen das anders.

Symbolbild verwandter Artikel

Referendar streitet rechte Gesinnung ab

Weil er bei den Neonazi-Ausschreitungen in Leipzig im Januar 2016 dabei war, wurde ein 27-Jähriger bereits verurteilt. Ist sein Hakenkreuz-Tattoo Beweis genug?

Nachdem das Verfahren nun eingestellt wurde, werde der Fall vom OLG noch einmal neu bewertet, sagte Sprecherin Gesine Tews am Montag. Sie verwies außerdem darauf, dass ein Strafverfahren noch läuft: Weil er sich im Januar 2016 mit Hooligans und Neonazis an Krawallen im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt haben soll, wurde der 27-Jährige Rechtsreferendar vom Amtsgericht Leipzig wegen schweren Landfriedensbruchs zu einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Im November bestätigte das Landgericht Leipzig das Urteil. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Rechtsreferendar legte Revision ein. (dpa)

>> Abonnieren Sie den täglichen Newsletter "Politik in Sachsen - Die Morgenlage". Damit sind Sie immer bestens über das Geschehen in Sachsen informiert.<<