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Halbe Million Euro für Hochwasserschäden

Seit August 2017 werden am Röderneugraben Schäden des 2013er Hochwassers beseitigt. Warum erst fünf Jahre später?

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Kalkreuth. Der Bagger der Elsterwerdaer Firma Packroff greift große Steine und schichtet sie an der Böschung des Röderneugrabens auf. Ganz verändert sieht jetzt das Ufer am Kalkreuther Wehrhaus aus. Zahlreiche Bäume sind verschwunden. Der Hang des mehrere Meter breiten Grabens – einem künstlich angelegten Nebenlauf der Großen Röder – ist mit den großen Steinen befestigt worden. Schon seit August vorigen Jahres lässt die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hier Schäden des letzten Hochwassers von 2013 beseitigen. Demnächst soll alles fertig sein.

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Waren die Kosten für die Arbeiten unterhalb des Teilungswehres anfangs mit fast einer Million Euro berechnet worden, kam die LTV zum Schluss mit 470 000 Euro reinen Baukosten heraus. Subventionen und günstige Angebote hätten zu der Reduzierung geführt, sagt LTV-Sprecher Ronny Wecke. Nötig wurden die Arbeiten wegen Hochwasserschäden an der Gewässerböschung. Die Firma Packroff sicherte deshalb auf der rechten Seite des Röderneugrabens die Böschung mit Hangrost, der noch begrünt wird, auf circa 200 Meter. Auf der linken Seite erfolgt laut LTV die Böschungssicherung mit einer Steinschüttung und Fußsteinen.

Doch warum kommt die Schadensbeseitigung nach dem Junihochwasser von 2013 erst jetzt? Laut LTV erfolgte generell eine Aufnahme aller Schäden und im Anschluss eine Priorisierung. Die war notwendig, da nicht alles an allen Gewässern gleichzeitig beseitigt werden konnte. „Der Schaden am Röderneugraben unterhalb des Teilungswehres hat mittlere Priorität“, so die LTV. Deshalb konnte mit der Planung erst im Sommer 2015 begonnen werden. Die Abstimmung mit betroffenen Eigentümern und den zuständigen Behörden erfolgte 2016. Danach kamen die Ausführungsvorbereitung und ein öffentliches Vergabeverfahren, welches aus vergaberechtlichen Gründen für die LTV verpflichtend ist. Dabei wurden naturschutzrechtliche Bedingungen wie die Brutzeit des Roten Milan und damit ein frühester Baubeginn im August 2017 berücksichtigt.

Hochwasserarbeiten in Kalkreuth waren letztens 2016 an der Paulsmühle erledigt worden. Die Bauunternehmung Hartmann setzte das Wehr mit Fischtreppe in der Großen Röder instand. Es war im Juni 2013 ebenfalls stark beschädigt worden. Steine hatten sich durch das viele Treibgut gelöst. Auch die Stützwand wurde dort neu aufgebaut. Die Neugestaltung der Rampe und der seitlichen Fischtreppe wurde zwar zu 100 Prozent als Hochwasserschutz gefördert. Doch erwies sich das Projekt letztlich als Kostenfalle. Um 45 000 Euro wurde die anfangs eine Drittelmillion teure Maßnahme überschritten, weil die Fischtreppe nicht die gewünschte Wirkung brachte.

Richtung Großenhain wurde der Röderneugraben bereits durch die LTV beräumt und das Ufer umfangreich instandgesetzt. Diese Arbeiten begannen schon bald nach Hochwasser und Tornado 2010.