Wie geht's, Brüder
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Hallo Brüder, wir kommen

Ein Reporter und ein Fotograf gehen 30 Jahre nach dem Umbruch mit vielen Fragen auf Reise durch Osteuropa. Teil 1 der Serie "Wie geht's, Brüder?".

Von Olaf Kittel
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Olaf Kittel (re.) und Matthias Schumann waren gemeinsam auf Tour durch Osteuropa.
Olaf Kittel (re.) und Matthias Schumann waren gemeinsam auf Tour durch Osteuropa. © Norbert Millauer

Klar, Paris kennen wir, in Rom waren wir natürlich auch, die Alpen, das Mittelmeer, Amerika und Asien sind uns keineswegs fremd. Sollten wir also nicht mal wieder die Reiseländer von früher besuchen und nachschauen, wie es jetzt so läuft in Tschechien, der Slowakei, in Ungarn, Rumänien, Polen? 30 Jahre nach den Umbrüchen dürfte sich eine Menge getan haben. Und: Geht es uns eigentlich heute im Osten Deutschlands noch etwas an, was in den einstigen „Bruderländern“ geschieht? 

Matthias Schumann, Fotograf für die SZ und in vielen Krisenländern mit der Kamera unterwegs, und Autor Olaf Kittel wollten es wissen. Wir hatten festgestellt, dass wir beide eine unserer ersten Reisen mit sonnigen 17, blond gelockt und mit großen Rucksäcken ins Făgăraș-Gebirge nach Rumänien unternommen hatten. Unvergessen. Budapest fanden wir früher schon klasse, die slowakische und polnische Gastfreundschaft auch. 

Aber inzwischen haben sich jede Menge Fragen aufgetan: Wie sieht`s da heute aus? Wie geht`s dem Balaton? Wo ist der Lindenblättrige hin? Stimmt es wirklich, dass Polen jetzt Arbeitskräfte in Asien anwirbt? Warum sind gerade die Ungarn so gegen Flüchtlinge? Wie kommt Rumänien klar, wenn Millionen auf der Suche nach guten Jobs das Land verlassen? Wie mag man heute dort die Deutschen leiden? Wer macht jetzt eigentlich noch in der Hohen Tatra Urlaub? Wie viel verdient man denn als Škoda-Arbeiter und wie kommt man damit über die Runden? Und: Sind die einstigen linken Brüder heute alle rechts? 

Ein paar Zweifel gab`s an unserem Motto „Wie geht`s, Brüder?“. Kollegen fragten: Und was ist mit den Schwestern? Klar, wir berichten auch über die Schwestern, keine Sorge. Und werden nicht die im Westen geborenen Brüder und Schwestern traurig sein, wenn da jetzt mal andere gemeint sind? 

Müssen sie wirklich nicht. Wir sind doch alle Brüder und Schwestern. In Osteuropa jedenfalls, so viel sei von unserer Reise verraten, wussten alle, dass wir mit „Wie geht's, Brüder?“ auf die ehemaligen „Bruderländer“ anspielen und freuten sich darüber. Komisch, sogar die Jungen.