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Halloween im Stadtrat

Manch einer würde es als Dauerzustand bezeichnen, dass Stadtratssitzungen gruselig sind. Aber diese Woche schien Halloween nachzuwirken.

© Montage: szo

Von Andreas Weller

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Manch einer würde es als Dauerzustand bezeichnen, dass Stadtratssitzungen gruselig sind. Aber diese Woche schien Halloween nachzuwirken. Die Politiker beschäftigten sich nicht nur mit einem morbiden Thema, sondern faselten dazu Erschreckendes.

Es ging passenderweise um das Friedhofsentwicklungskonzept. Dieses lobte Wolfgang Deppe von den Grünen: „Damit werden die Friedhöfe vor einer künftigen Bebauung geschützt.“ Wer kennt es nicht? Gigantische Hochhäuser, auf Friedhöfen errichtet, in denen Untote sich vom kaltfeuchten Boden aufwärmen. Insbesondere in Dresden ein Problem, da kaum Platz für Wohnungen ist und die städtische WID so ziemlich jedes Grundstück nehmen würde. Der Chef dort heißt nur im Dienst Steffen Jäckel – eine Abwandlung von Jekyll – nachts wird er zu Mr. Hyde.

Norbert Engemaier von den Linken sagte gar: „Das hat auch eine andere Seite.“ Unheimlich, diese Vorstellung. „Ich wünsche mir noch mehr Kreativität“, ergänzte er und musste gar nicht weiter ausführen, weil allen bereits ein Schauer über den Rücken lief. Zum Abschluss folgte der Satz: „Auf Friedhöfen muss man eigene Wege gehen.“ Klingt irgendwie geschmacklos, da sich Menschen nach der Beerdigung eigentlich ja nicht mehr viel bewegen – außer vielleicht in der Halloween-Nacht. Wir fragen: Wohin? Ist in Dresden gar nicht mehr rechts oder links das Hauptthema? Bewegen wir uns bereits horizontal?