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Haltestelle ohne Wetterschutz

Wegen der Baustelle an der B 175 musste in Masten eine Behelfshaltestelle eingerichtet werden. Aber jetzt kommt die nasse Jahreszeit.

© André Braun

Von Jens Hoyer

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Döbeln. Der Herbst hat schon die ersten Tage mit heftigem Regen und Wind gebracht. Für die Nutzer von Bussen ist das kein Problem, solange sie an der Haltestelle ein Dach über dem Kopf haben. In Masten ist das derzeit nicht der Fall. Der Bus fährt dort eine Ersatzhaltestelle an, die eigentlich nur wenige Meter von der regulären Haltestelle entfernt ist. Aber ein Dach gibt es genau so wenig wie Sitzgelegenheiten. Hannelore Biehle fährt manchmal mit dem Bus in die Stadt. Im trockenen Frühjahr und Sommer sei die Haltestelle ohne Dach kein Problem gewesen. In der vergangenen Woche hatten die Kinder, die auf den Schulbus warten, aber im Regen stehen müssen. „Die waren klitschnass und mussten so in die Schule gehen. Ich habe mich sehr darüber aufgeregt“, sagt die Mastenerin. „Man müsste sich für die Haltestelle mal was einfallen lassen. Man kann die Kinder im Winter doch nicht im Regen stehen lassen.“

Etwa ein dreiviertel Jahr noch müssen die Autofahrer mit Behelfsbrücke und Ampel auskommen. Und die Mastener mit einer Ersatzhaltestelle am Gasthof ohne Wetterschutz.
Etwa ein dreiviertel Jahr noch müssen die Autofahrer mit Behelfsbrücke und Ampel auskommen. Und die Mastener mit einer Ersatzhaltestelle am Gasthof ohne Wetterschutz. © André Braun

Die Ersatzhaltestelle wird ihre Aufgabe noch ein dreiviertel Jahr erfüllen müssen. So lange laufen nämlich noch die Bauarbeiten an der Brücke der B 175 über die Zschopau bei Töpeln. Der Verkehr über die einspurige Behelfsbrücke wird mit Ampeln geregelt, die schon am Kreisverkehr bei Schweta stehen und für längere Wartezeiten sorgen. Das hat Auswirkungen bis ins ein Kilometer entfernte Masten. Die Busse, die aus Richtung Ziegra oder Hartha nach Döbeln wollen, fahren normalerweise über den Kreisverkehr und Schweta nach Technitz, dann retour die gleiche Straße, um vom Kreisverkehr nach Masten zu fahren. Mit dem Baubeginn an der Brücke fährt der Bus aber nur einmal über den Kreisel und nimmt dann den direkten Weg von Technitz nach Masten und hält dort an der Ersatzhaltestelle. „Wir bekommen das sonst zeitlich nicht hin“, sagte Jens Pohle, Disponent bei Regiobus. Die Umläufe der Busse sind genau geplant. Die Fahrer müssen auch in regelmäßigen Abständen Pausen einlegen. Dieser Zeitplan sei gefährdet, wenn die Busse zweimal an der Ampel am Kreisverkehr in Schweta warten müssen, sagte Pohle. Für Wartehäuschen an den Ersatzhaltestellen fühlt sich Regiobus nicht zuständig. „Es dürfte auch schwer sein, an dieser Stelle ein Wartehäuschen hinzustellen“, so Pohle.

Bei der Stadtverwaltung hat man sich mit diesem Problem bisher nicht befasst. „Wenn Regiobus eine andere Linie festlegt, dann können wir das nicht ändern“, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Es sei nicht üblich, an Ersatzhaltestellen auch Behelfsüberdachungen aufzustellen. Aber die reguläre Haltestelle sei nicht weit entfernt. „Vielleicht können die Fahrgäste dort auf den Bus warten, wenn der Busfahrer mitspielt“, so Hanns.