merken
Politik

Polizei prüft gewaltsame Festnahme

Nach der Verbreitung von Aufnahmen eines Einsatzes der Hamburger Polizei hat diese die Prüfung des Vorgehens eines Beamten veranlasst.

Die Hamburger Polizei hat die Prüfung des Vorgehens eines Beamten veranlasst.
Die Hamburger Polizei hat die Prüfung des Vorgehens eines Beamten veranlasst. © Symbolbild: SZ/Uwe Soeder

Hamburg. Nach der Verbreitung von Videoaufnahmen eines Einsatzes der Hamburger Polizei im Stadtteil Billstedt hat die Polizei die Prüfung des Vorgehens eines Beamten veranlasst. Anlass für die Prüfung war ein von der "Bild" veröffentlichter Videoausschnitt einer Festnahme, in dem zu sehen war, wie ein Beamter einem am Boden liegenden Mann mehrfach mit der Faust gegen den Kopf schlug. Der Fall wurde an das Dezernat Interne Ermittlungen (DIE) übergeben und dort überprüft, wie Polizeipressesprecher Holger Vehren mitteilte.

Nach ersten Ermittlungen bestehe kein Grund zu der Annahme, dass der Beamte mit der Anwendung körperlicher Gewalt gegen die geltenden Dienstauflagen verstoßen hätte. So habe der Mann, der wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung vorläufig festgenommen werden sollte, massiven Widerstand geleistet. Auch am Boden liegend habe der 25-Jährige unablässig nach den Beamten getreten und geschlagen, um sich der Festnahme zu entziehen.

Anzeige
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld
Wer eigenmächtig saniert, verliert viel Geld

Eigentümer sollten nicht blind darauf vertrauen, die Kosten von der WEG erstattet zu bekommen. Das sollten sie wissen.

"Die Anwendung einfacher körperlicher Gewalt - und dazu gehören auch Faustschläge - war hier das mildeste geeignete Mittel zur Durchsetzung der strafprozessualen Maßnahme", erklärte Vehren. So hätten die Beamten von der Verwendung von Schlagstöcken oder dem Einsatz von Pfefferspray zum Schutze der vor Ort Anwesenden abgesehen.

Weiterführende Artikel

Neue tödliche Polizeigewalt erschüttert USA

Neue tödliche Polizeigewalt erschüttert USA

Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. April: Ein junger Latino kommt bei einem brutalen Einsatz ums Leben. Der Polizeichef bietet seinen Rücktritt an.

Ermittlungen wegen Polizeigewalt

Ermittlungen wegen Polizeigewalt

Bei den Silvester-Ausschreitungen in Leipzig wurde ein Polizist schwer verletzt. Jetzt gibt es aber auch Ermittlungen wegen möglicher Polizeigewalt.

Der 25-Jährige war nach Polizeiangaben am Mittwoch im Zuge eines Streits mit einem 19-Jährigen und einem weiteren unbekannten Mann mit einem Messer leicht verletzt worden. Die von Passanten verständigten Polizeibeamten trafen den blutverschmierten Mann wenig später am Bahnhof an. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits eine Menge von etwa 100 Schaulustigen gebildet. Als der Mann sich dann der Kontrolle widersetzte, hätten sich Umstehende mit ihm solidarisiert und Gegenstände auf die Polizeibeamten geworfen.

Erst nach dem Eintreffen von Verstärkung sei es den Beamten gelungen, die Situation zu beruhigen. Drei Polizisten erlitten den Angaben zufolge leichte Verletzungen. (dpa)

Mehr zum Thema Politik