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Hand in Hand am 13. Februar

Es gibt von früh bis spät Veranstaltungen. Wo Sie am Jahrestag der Zerstörung in Dresden gedenken können.

© Ronald Bonß

Von Andreas Weller

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Die erste Demonstration von Neonazis rund um den 13. Februar ist vorbei, am Wochenende steht eine zweite bevor. Doch die Dresdner wollen vor allem ein friedliches und würdiges Gedenken. Das betonte auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bei seinem Aufruf, sich in die Menschenkette einzureihen. Doch bereits lange davor und auch danach gibt es viele Gelegenheiten, friedlich an den Tag zu erinnern, der sich ins Gedächtnis gebrannt hat. In diesem Jahr steht der 13. Februar unter dem Motto: Friedfertigkeit.

Friedhöfe und Tatorte können am Vormittag besucht werden.

Die Stadt setzt zunächst auf ein dezentrales Gedenken an mehreren Orten. So werden am Dienstag um 10 Uhr gleich vier Veranstaltungen parallel durchgeführt. Eine auf dem Neuen Katholischen Friedhof an der Bremer Straße, wo den Mitgliedern der Widerstandsgruppe schwarze Legion gedacht wird. An der Sporergasse 10 wird den ehemaligen Bewohnern gedacht, die 1942 ins Lager Hellerberg und später nach Auschwitz deportiert wurden. Auf dem Äußeren Matthäusfriedhof an der Bremer Straße finden sich die Gräber vieler Soldaten, die in den Weltkriegen gefallen sind, Opfer der Bombardierung Dresdens und Zwangsarbeitern. Auf dem Urnenhain Tolkewitz an der Wehlener Straße wird der Euthanasieopfer vom Pirnaer Sonnenstein gedacht.

Opfer der Bombardierung von 1945 liegen auch auf dem Alten Annenfriedhof an der Chemnitzer Straße. Für sie gibt es um 11 Uhr dort eine Veranstaltung. Zur gleichen Zeit findet auch eine Ehrung der Luftkriegstoten auf dem Heidefriedhof statt.

Vor und in der Frauenkirche gibt es ein Programm bis in die Nacht.

Um 12 Uhr ist die Friedensandacht. Von 15 bis 22 Uhr ist das Gedenken vor der Frauenkirche. Viele Menschen kommen, um sich auszutauschen. Dazwischen, um 18 Uhr, findet in der Kirche die Abendandacht statt. Ab 22 Uhr beginnt, nach dem Glockenläuten, die Nacht der Stille.

Die Menschenkette als verbindendes und schützendes Symbol.

Es sind wieder 11 000 Menschen angemeldet, die sich am 13. Februar in der Innenstadt die Hände reichen sollen. Ab 17 Uhr können sich diese an der Goldenen Pforte des Rathauses sammeln. Dort sprechen Professor Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität und Anmelder der Kette sowie Oberbürgermeister Hilbert. Ab 17.30 Uhr verteilen sich die Teilnehmer auf der Strecke für die Kette. Sie soll sich um 18 Uhr, unter dem Geläut sämtlicher Dresdner Kirchenglocken, für einige Minuten schließen.

Nach der Kette gibt es noch viele Möglichkeiten, zu gedenken.

Um 18.15 Uhr, unmittelbar, nachdem sich die Menschenkette aufgelöst hat, startet im Hof der Synagoge Am Hasenberg der Dresdner Gedenkweg. Dieser führt an Orte, die Schuld und Leid symbolisieren, aber auch für Versöhnung stehen – deshalb endet der Weg an der wiederaufgebauten Frauenkirche. In der Dreikönigskirche gibt es von 19 bis 22 Uhr Bürgerbegegnungen. Dort geht es um internationale Begegnungen und es gibt Gesprächsrunden mit Zeitzeugen und Schülern. Im Kulturpalast spielt die Philharmonie um 19.30 Uhr ein besonderes Programm mit einem estnischen Männerchor.

In Dresdens Kirchen gibt es Andachten, Gottesdienste und Gebete.

Bischof Heinrich Timmerevers hält um 18.30 Uhr in der Kathedrale einen Gedenkgottesdienst ab. In der Trinitatiskirchruine am Trinitatisplatz beginnt die Gedenkandacht mit Superintendent Christian Behr um 19 Uhr. Im Anschluss heißt es im Keller der Ruine: „In meinen Blumengarten ist Mehltau gefallen“ – eine literarisch-musikalische Collage zum Faschingsdienstag 1945/2018. Einen ökumenischen Friedensgottesdienst gibt es um 20.30 Uhr in der Kathedrale mit Superintendent Albrecht Nollau. Und um 21.30 Uhr ein Friedensgebet in der Weinbergskirche Trachenberge.

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